NASA: Mit einem U-Boot auf Titan nach Leben suchen

Neben der Erde gibt es in unserem Sonnensystem einen Himmelskörper, auf dem sich eine größere Menge Flüssigkeit findet: Den Saturnmond Titan. Diese Tatsache macht Titan zu einem lohnenden Ziel für diverse Forschungsvorhaben. Bisher wurde aber keines dieser vorhaben umgesetzt. Mit dem “Titan-U-Boot” der NASA könnte sich dies ändern.

Mit diesem U-Boot will die NASA Titan erforschen.

Tauchfahrten auf Titan

Das Unterseeboot wurde gerade von der NASA durch das Innovative Advanced Concepts (NIAC) Programm mit einer zweiten Runde an Geldmitteln ausgestattet. Bisher handelt es sich noch um ein bloßes Konzept – aber es ist ein Konzept, das durchaus einen zweiten Blick wert ist.

Das U-Boot ähnelt den Forschungsbooten, die in den Meeren auf der Erde unterwegs sind. Es handelt sich um einen zylinderförmigen Bootskörper, der etwa so groß wie ein Auto ist und durch die Atmosphäre von Titan in den größten Methan-See des Mondes, Kraken Mare, eintauchen soll. Mit rund 400.000 Quadratkilometern ist das Kraken Mare so größer als das Kaspische Meer.

Blick von der Cassini-Sonde auf die Meere von Titan. Foto: PL-Caltech / University of Arizona / University of Idaho

90 Tage soll das unbemannte Boot sich in dem Methan-See aufhalten und dessen Tiefen erforschen, um während der Mission kontinuierlich Daten und Bilder zur Erde zu schicken. Mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde soll das Boot in dieser Zeit eine Strecke von 2000 km zurücklegen. An Bord soll sich eine Sonar-Einheit, ein Probensammler und eine Kamera befinden. Beantwortet werden soll vor allem eine Frage: Könnte es auf Titan Leben geben?

Hindernisse und Herausforderungen

Das Team hinter dem Titan-U-Boot formte sich rund um Steven Oleson vom Glenn Research Center der NASA in Ohio. Als Ziel für den Einsatz des Bootes haben sich die Entwickler das Jahr 2040 gesetzt. Allerdings müssen bis dahin noch einige Hindernisse umgangen werden. So sind die flüssigen Seen auf Titan etwa –180 Grad Celsius kalt, was einige grundlegende physikalische Herausforderungen stellt. Außerdem hat das Team noch keinen konkreten Plan, wie das U-Boot von der Erde auf Titan gelangen soll.

Des weiteren birgt der Einsatz einer Antenne, die von dem U-Boot auf Titan direkt zur Erde funken kann, gewisse Risiken. Deshalb wird momentan erwogen, einen Orbiter zu entwickeln, der in geostationärer Umlaufbahn über Titan als Zwischenrelais für die Kommunikation mit der Erde dienen soll.

Funding über ein Spezialprogramm der NASA

Das NIAC-Programm der NASA wurde extra zu dem Zweck gegründet, ambitionierte Vorhaben wie dieses zu unterstützen. Das Projekt erhält durch NIAC ca. 500.000 US-Dollar über einen Zeitraum von zwei Jahre für die Weiterentwicklung. Neben dem U-Boot werden noch sechs weitere Projekte durch das Programm unterstützt.

Unter den Projekten, die noch gefördert werden, ist auch SCEPS (Stored Chemical Energy Power Systems), eine Technologie, um Weltraummissionen langfristig mit Lithium anstatt mit Plutonium mit Energie zu versorgen. Außerdem hat ein Forscherteam vorgeschlagen, Sonnenlicht in Mondkrater zu reflektieren, um so deren Erforschung zu erleichtern. Ein weiteres Konzept sieht einen “Schwarm” günstiger Drohnen vor, um das Gravitationsfeld und die Masse von Asteroiden und Kometen zu berechnen.

NASA’s investments in early-stage research are important for advancing new systems concepts and developing requirements for technologies to enable future space exploration missions. This round of Phase II selections demonstrates the agency’s continued commitment to innovations that may transform our nation’s space, technology and science capabilities”, so Steve Jurczyk von der NASA.

 

Via IFL Science