Die norwegische Regierung hat Ende vergangenen Jahres eine „Digitale Agenda“ beschlossen. Ein wichtiger Punkt darin: Das Land soll zu einer Art Sammelpunkt für Rechenzentren werden. Die Idee macht durchaus Sinn. Zum einen sorgen Trends wie Big Data dafür, dass immer mehr solcher zentralen Datencenter benötigt werden. Zum anderen kann das Land fast optimale Bedingungen bieten. So liegen die Temperaturen gerade im Norden des Landes sehr niedrig – was die Kühlkosten für die Prozessoren minimiert. Außerdem verfügt Norwegen über eine nachhaltige und preisgünstige Energieversorgung sowie ein gut ausgebautes Glasfasernetz. Nun hat die Strategie der Regierung einen Prestigeerfolg erzielt: Die US-Firma Kolos will in der Nähe der Stadt Ballangen das größte Datencenter der Welt errichten.


So könnte das riesige Datencenter aussehen. Der Entwurf und das Bild stammen von der Architektur- und Designfirma HDR.

Ungenutzte Glasfaserkapazitäten spielten bei der Standortwahl eine wichtige Rolle

Die Energie für die benötigte Kühlung und den Betrieb der Server wird dabei lokal durch Wind- und Wasserkraft gewonnen. Dies soll die Kosten um rund sechzig Prozent gegenüber vergleichbaren Projekten in den Vereinigten Staaten reduzieren. Verantwortlich dafür ist vor allem die Tatsache, dass an den Zuflüssen der Fjorde extrem günstig Strom aus Wasserkraft produziert werden kann. Die Hitze in Rechenzentren ist so groß, dass ein Dresdner Startup damit inzwischen sogar ganze Häuser beheizen möchte.  Der große Vorteil von Ballangen besteht zudem darin, dass dort noch ungenutzte Glasfaser-Kapazitäten vorhanden sind. Die Firma Kolos hat daher bereits das entsprechende Grundstück von der Gemeinde gekauft und hat nun eine Architekturfirma mit ersten Entwürfen für die geplanten Hallen beauftragt. In diesen sollen die Server auf bis zu vier Etagen untergebracht werden.

Die Investoren versprechen zwei- bis dreitausend neue Jobs

Voll ausgebaut soll so eine Stellfläche von 600.000 Quadratmetern erreicht werden. Finanziert wird der Bau durch norwegische Investoren und eine US-Investmentbank. Auch die Region rund um Ballangen soll von dem neuen Rechenzentrum profitieren. So kalkulieren die Planer aktuell damit, dass zwischen 2.000 und 3.000 neue Arbeitsplätze entstehen werden. Die dafür benötigten Mitarbeiter sollen von der lokalen Universität und mithilfe der Kommune gewonnen werden. Zum Vergleich: Ballangen selbst hat gerade einmal 2.600 Einwohner. Die nächste größere Stadt ist das rund vierzig Kilometer nördlich gelegene Narvik. Dort besitzt man eine gewisse Tradition im Bereich der Erneuerbaren Energien: Es handelt sich um eine der nördlichsten Produktionsstätten von Solarmodulen.


Via: New Atlas

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