Bis 2020 sollen auch auf deutschen Straßen vermehrt Elektroautos rollen. Einen Durchbruch konnten die Hersteller der Stromer jedoch noch nicht bewirken. Das wird wohl auch noch ein wenig dauern. Tesla stellte jüngst mit dem Model 3 ein E-Auto vor, das mit einem soliden Preis-Leistungsverhältnis daher kommt. Knapp 300.000 Vorbestellungen sprechen dabei für sich. Die ersten Model 3 Fahrzeuge werden jedoch die Besteller hierzulande nicht vor 2018 erreichen. Obwohl Elektroautos deutlich grüner sind als Verbrenner, stammt der Strom aus den Batterien oftmals aus dem öffentlichen Netz. Dieser wiederum wird allerdings nur zu einem sehr geringen Teil emissionsfrei gewonnen. Forscher des Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) haben mit dem GEV/one jedoch ein Auto gebaut dessen Batterie nicht mehr stationär aufgeladen werden muss. Integriert ist ein Erdgasmotor, der wiederum einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Als Antrieb für das Fahrzeug kommen Elektromotoren zum Einsatz.


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GEV/one versorgt sich selbst mit Strom

Das Versuchsfahrzeug des LBF sieht nicht gerade futuristisch aus, dennoch steckt im Inneren zukunftsträchtige Technologie, die das Auto nahezu emissionsfrei antreibt. Die Forscher tauften das straßentaugliche Vehikel GEV/one. GEV steht dabei für „Generator-Elektrisches Versuchsfahrzeug“. Die vom Erdgasmotor produzierte Energie wird in einem Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator zwischengepuffert. Die Kapazität beträgt zehn Kilowattstunden. Das Aggregat ist zusätzlich auch in der Lage, die vom Fahrzeug ausgehende Bremsenergie aufzunehmen. Dieses Prinzip ist auch schon aus dem Motorsport bekannt. Der Erdgasmotor arbeitet den Forschern nach stets im optimalen Leistungsbereich, so dass die Emissionen sehr gering gehalten werden können. Muss einmal stark beschleunigt werden, was viel Energie voraussetzt, wird kurzzeitig auch Mal auf die Bordbatterie zurückgegriffen. Im Kern wollten die Macher ein Auto bauen, welches umweltfreundlicher ist als die reinen Stromer. Das ist nun auch gelungen.


Wird das GEV/one beispielsweise mit synthetischem Methan betankt, geht es kaum noch umweltfreundlicher. Schließlich wird das Gas aus Kohlendioxid und Wasserstoff gewonnen. Als Produktionsstätten gelten die sogenannten Power-to-Gas-Anlagen. “Wir kombinieren in intelligenter Weise vorhandene Technologien zu einem neuen Fahrzeugkonzept und heben damit einige der fundamentalen Nachteile der Elektromobilität auf”, erklärt Rüdiger Heim, Bereichsleiter Systemzuverlässigkeit im LBF. Bei dem Konzeptfahrzeug betrachten die Wissenschaftler die Energiewende als Ganzes. Der hocheffiziente Einzylinder-Motor hilft dem Fahrzeug seine eigene Energie zu erzeugen. Das verschafft dem Auto letztlich auch mehr Unabhängigkeit von Strom-Tankstellen.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher Tests auf dem Rollenprüfstand vornehmen und die Vorzüge unter Beweis stellen. Dabei soll auch herausgefunden werden, wie hoch der Schadstoffausstoß ist, wenn das Fahrzeug mit Erdgas oder synthetischem Methan betrieben wird.

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