In Sachen autonom fahrender Autos gibt es bisher viele große Ankündigungen, aber erst vergleichsweise wenig konkrete Realisierungen. Bei U-Bahnen sieht die Sache hingegen anders aus: Immer mehr Städte setzen dort auf autonome Technik und verzichten auf einen menschlichen Fahrer. Dies ist beispielsweise bei der Pariser Metro ebenso der Fall wie bei der U-Bahn in Dubai. In Deutschland wiederum nimmt Nürnberg eine Vorreiterrolle ein. In der fränkischen Metropole kommen zumindest die Linien U2 und U3 ohne Fahrer aus. Die dafür genutzten Züge wurden von Siemens entwickelt und produziert. Von diesen Erfahrungswerten will nun auch die Stadt Wien profitieren: Sie bestellte bei dem deutschen Konzern zunächst 34 selbstfahrende U-Bahn-Züge. Per Option kann die Bestellung zudem noch auf 45 Einheiten erweitert werden.


Auch die fahrerlose Pariser Metro wurde bereits von Siemens ausgestattet. Foto: Siemens

Die Bahnen können auch noch von einem menschlichen Fahrer gesteuert werden

Zum Einsatz kommen sollen die neu bestellten Wagen auf der geplanten Linie U5. Diese soll komplett fahrerlos bedient werden. Allerdings ist die Fertigstellung frühestens für das Jahr 2023 geplant. Die Züge sind daher so ausgerüstet, dass sie auch von einem menschlichen Fahrer gesteuert werden können. Sie sind also problemlos auch auf allen anderen Linien einsetzbar. Dies ist von Bedeutung, weil die ersten Bahnen aus der Großbestellung bereits im Jahr 2020 ausgeliefert werden. Siemens konnte sich bei der Ausschreibung der Wiener Verkehrsbetriebe gegen das kanadische Unternehmen Bombardier durchsetzen. Produziert werden die hochmodernen Züge im Siemens Werk direkt in Wien.

Das gesamte Auftragsvolumen liegt bei rund 500 Millionen Euro

Die selbstfahrende Technik war dabei nicht die einzige ausgeschriebene Spezifikation. Vielmehr müssen die neuen Bahnen auch durchgängig begehbar, klimatisiert und barrierefrei sein. Diese Anforderungen dürfte Siemens allerdings sehr gerne erfüllen. Denn insgesamt umfasst der Auftrag ein Volumen von 500 Millionen Euro – was auch für einen Großkonzern keine kleine Summe ist. Rund siebzig Prozent des Auftragsvolumens werden für den Kauf der Züge veranschlagt. Der Rest wird für die anschließende Instandhaltung benötigt – wofür ebenfalls der Siemens-Konzern den Zuschlag erhielt. Für die Verkehrsbetriebe bringen selbstfahrende Bahnen eine Reihe von Vorteilen mit sich: So fallen die Betriebskosten niedriger aus und es kann zeitnah auf eine verstärkte Nachfrage reagiert werden.


Via: Futurezone

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.