Mit Apple Pay, Android Pay und Samsung Pay haben drei der größten Technologiekonzerne der Welt eigene Systeme zum mobilen bezahlen entwickelt. Doch ganz ehrlich: Wer hat tatsächlich schon einmal in einem Laden sein Smartphone gezückt, um zu bezahlen? Statistiken scheinen dabei zu beweisen, dass dies tatsächlich nur die wenigsten tun. Beispiel Apple Pay: Am umsatzstärksten Tag des US-Einzelhandels – dem so genannten Black Friday – wurde die Möglichkeit mit Apple Pay zu bezahlen lediglich in 2,7 Prozent der Fälle genutzt. Bei den beiden Konkurrenzsystemen dürften diese Werte nicht viel besser aussehen.


iPhone 6 Pay
Bild: iPhone 6 Pay via The Verge

Bargeld ist noch immer die mit Abstand beliebteste Bezahlmethode

Doch woran liegt diese Zurückhaltung? Zunächst einmal hängen die Menschen auch weiterhin an ihrem Bargeld. So schätzt das Kreditkartenunternehmen Mastercard, dass weltweit noch immer mehr als 85 Prozent der Zahlungen mit Bargeld beglichen werden. Warum dies so ist, kann man erahnen, wenn man sich Umfragen anschaut, in denen die Leute gefragt wurden, warum sie kein Mobile Payment nutzen. Die Topantworten dabei: Angst um die eigenen Daten und die Furcht vor Hackern. Aber auch die meisten bargeldlosen Bezahlvorgänge werden nicht mit dem Handy, sondern mit der EC- oder Kreditkarte vorgenommen.

Auch Kreditkarten sind in Deutschland eher weniger verbreitet

Wobei Deutschland hier noch einmal einen Sonderfall darstellt, weil Kreditkarten hierzulande vergleichsweise wenig verbreitet sind. Dies stellt auch die Anbieter von mobilen Bezahlsystemen vor Probleme, weil diese zumeist mit einem Kreditkartenkonto verknüpft sind. Banken und Sparkassen tüfteln hierzulande daher an der Near-Field-Communication-Technik. Dabei muss der Kunde seine Karte nur noch vor ein entsprechendes Lesegerät halten und kann dann ohne PIN-Eingabe oder Lastschrift bezahlen. Anders als bei der teilweise schon verbreiteten Geldkarte, muss dabei zuvor nicht extra Geld auf die Karte geladen werden, sondern der Betrag wird einfach vom Konto abgebucht.


Mobiles bezahlen muss dem Kunden einen Vorteil bieten

Dies wiederum liegt daran, dass Kunden ihr Verhalten in der Regel nur ändern, wenn sie dadurch einen Vorteil erlangen. Aktuell macht es für den Kunden aber keinen großen Unterschied, ob er seine Karte oder sein Smartphone hervorholt – also bleiben die meisten bei der vertrauten EC-Karte. Ändern ließe sich dies also nur durch besondere Vorteile. Wie dies funktionieren kann, zeigt Starbucks in den Vereinigten Staaten. Dort können Kunden ihren Kaffee per App bestellen und auch gleich bezahlen. Im Laden selbst können sie die Bestellung dann an einem eigenen Schalter abholen – und sparen so auch noch das Anstehen in der Schlange. In Deutschland wird dieser Dienst bisher aber noch nicht angeboten.

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