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Mobilfunk: In Deutschland ist das mobile Internet zu teuer

Smartphones werden immer populärer, und mit ihnen auch das mobile Internet. Das kann man aber nur genießen, wenn der Mobilfunkvertrag das auch hergibt. In Deutschland bedeutet das: Tief in die Tasche greifen für winziges Highspeed-Volumen. In kaum einem anderen Land sind Datentarife so teuer wie hierzulande.

Mobile Internet

Foto: Mobile Internet Device, Beijing, Cory M. Grenier, Flickr

Die unechte Datenflatrate

Dass das Wort “Flatrate” im Zusammenhang mit Datentarifen im Mobilfunkbereich mit Vorsicht zu genießen ist, sollte kein Geheimnis mehr sein. Die Mobilfunkanbieter sprechen dem Kunden ein bestimmtes Volumen zu. Innerhalb dieses Volumens kann er nun mit hoher Geschwindigkeit im mobilen Netz surfen. Ist das Volumen aufgebraucht, dann wird die Geschwindigkeit der Datenverbindung extrem gedrosselt. Theoretisch gibt es also zeitlich unbegrenzten Internetzugang, in der Praxis wird dieser aber nach Verbrauch des im Vertrag vereinbarten Volumens nahezu unbenutzbar.

Die Deutschen zahlen zu viel für Datentarife

In Deutschland sind solche Datentarife im europäischen Vergleich sehr teuer. So erhält der Kunde in Frankreich für 35 € im Monat beispielsweise eine Gesprächsflatrate und 20 Gigabyte LTE-Volumen. Wem das schon extrem vorkommt (jedem Kunden eines deutschen Mobilfunkanbieters sollte gerade der Mund aufgegangen sein), der sollte einen Blick nach Finnland und Estland werfen: Hier gibt es für den selben Betrag 40 bzw. 50 GB LTE-Volumen. Bei deutschen Mobilfunkverträgen zu diesem Preis erhält man selten mehr als ein Gigabyte. Wer 5 Gigabyte haben will, der muss im Schnitt 60 € dafür zahlen. Sicher gibt es auch günstigere Anbieter, aber derartige Verträge haben für gewöhnlich andere Nachteile. Schlechter sieht es nur noch in Ungarn aus: Hier bekommt der Kunde für diesen Preis lediglich 500 Megabyte Highspeed-Volumen.

In Skandinavien profitieren die Mobilfunkanbieter von außergewöhnlich hohen staatlichen Subventionen für den Netzausbau. Diese Zuwendungen werden dann durch bessere Konditionen an den Kunden weitergereicht. Dass es europäische Länder gibt, denen eine gute Infrastruktur deutlich wichtiger ist als Deutschland, ist nichts Neues. Bei landgebundenen Internetanschlüssen sieht es nicht viel besser aus.

Die Kosten sind historisch gewachsen

Auch in Deutschland herrscht ein reger Wettbewerb unter den Mobilfunkanbietern. Nun sollte ein starker Wettbewerb auch in guten Konditionen für die Kunden resultieren. Das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur sehen in einer gemeinsamen Stellungnahme die hohen Preise eher historisch begründet:

Doch warum zahlen deutsche Kunden so viel für ihr mobiles Internet? Verivox-Expertin Blöcher spricht von “historischen Gründen”, die bis zu den Anfängen der Versteigerungen von UMTS-Lizenzen im Jahr 2000 zurückreichen.

Dass es die Bundesnetzagentur bzw. deren Vorgänger RegTP war, die damals zuließen, dass die Preise für die UMTS-Lizenzen so exorbitant hoch waren und die Agentur damit eine Mitschuld daran trägt, dass die Preise für mobiles Internet in Deutschland lange so unattraktiv waren und es immer noch sind, wird dabei geschickt verschwiegen.

Wer weiter in die Materie einsteigen will, dem sei zu Beginn ein Artikel der Welt zur Lektüre empfohlen. Außerdem schrieb der Blogger Sascha Pallenberg über die Notwendigkeit echter Flatrates.

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