Die absolute Armut ist in den letzten Jahrzehnten weltweit um etwa 20 Prozent zurückgegangen. Leider trifft das nur bedingt auf den afrikanischen Kontinent zu. Hier blieb die Armut weitestgehend stabil. Heute leben mehr als 40 Prozent der Bevölkerung in Subsahara-Afrika in Armut. Die beiden Designer Pawel Lipiński und Mateusz Frankowski haben untersucht, welche Hindernisse die dortige Bevölkerung zurückhalten. Die meisten dort lebenden Menschen sind Subsistenzfarmer, sie ernähren mit den Erträgen ihrer kleinen Farmen also sich selbst und ihre Familie. Ausgebremst werden sie durch schlechte Infrastruktur, limitierte Marktmöglichkeiten, schwache Regierungen und Bürgerkriege. Teile dieser Problematik wollen die beiden Designer mit ihrem Entwurf für den „Mashambas Skyscraper“ angehen, einem modularen Mehrzweckgebäude, das kürzlich den ersten Platz in der eVolo Skyscraper Competition erhielt. In dem modularen Hochhaus soll ein Großmarkt mit Indoor-Gewächshäusern und Bildungsmöglichkeiten kombiniert werden.


Modulares Hochhaus als Zentrum für Nahrung und Bildung

Das modulare Design des Mashambas Skyscraper führt dazu, dass er schnell auf- und abgebaut werden kann und ebenfalls recht einfach zu transportieren ist. Auf dem unteren Level ist Raum für einen großen Markt, während auf den oberen Stockwerken Nahrung angebaut werden kann und Platz für Klassenräume ist. Sogar ein kleiner Drohnenbahnhof ist vorgesehen. Mit Hilfe der Drohnen sollen Nachschublieferungen gewährleistet werden und Nahrung in umliegende Gebiete ausgeliefert werden können.


Durch den großen Markt soll nicht nur im Inneren des Gebäudes der Nahrungsanbau forciert werden, sondern auch Farmer motiviert werden, sich im Umkreis des Gebäudes niederzulassen und dort anzubauen. Das Ziel ist es, lokale Communities zur totalen Selbstversorgung zu führen – und zwar neben der kurzfristigen Nahrungsversorgung vor allem durch Bildung, die es langfristig ermöglichen, dass die Farmer effizienter anbauen und ihre Community versorgen können. Während dieses Vorganges kann das modulare Hochhaus flexibel an die örtlichen Bedürfnisse angepasst werden. Wenn das Ziel schließlich erreicht ist, kann das Gebäude abgebaut und an einen anderen Ort transportiert werden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Mashambas is a movable educational center, which emerges in the poorest areas of the continent. It provides education, training on agricultural techniques, cheap fertilizers, and modern tools; it also creates a local trading area, which maximizes profits from harvest sales. Today hunger and poverty may be only African matter, but the world’s population will likely reach nine billion by 2050, scientists warn that this would result in global food shortage. Africa’s fertile farmland could not only feed its own growing population, it could also feed the whole world„, so erklären die beiden Designer.

Natürlich handelt es sich dabei um ein recht ambitioniertes Vorhaben, das sich gerade im Entwurfstadium befindet. Es ist nicht gesagt, dass wir jemals eines dieser durchdachten Hochhäuser zu Gesicht bekommen. Aber der Ansatz, statt Hilfe von außen den Menschen dabei zu helfen, sich selber zu helfen, ist durchaus vielversprechend und ein Faktor, der in der Entwicklungshilfe derzeit nicht ausreichend verfolgt wird.

via Inhabitat.com

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