Die Mona Lisa ist eines der berühmtesten Gemälde der Welt. Das Porträt, das angeblich die Florentinerin Lisa del Giocondo zeigt, wurde im 16. Jahrhundert von dem italienischen Künstler Leonardo da Vinci gemalt und hängt seit 1797 im Louvre-Museum in Paris. 500 Jahre nach der Entstehung des Gemäldes behauptet ein Wissenschaftler nun, er habe unter dem Bild das Porträt einer zweiten Frau gefunden.


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Untersuchung durch Licht

Der französische Wissenschaftler Pascal Cotte erhielt bereits 2004 Zugang zu dem Gemälde, das offiziell als “La Joconde”, zu deutsch “Die Heitere” bekannt ist. Der Mitgründer der Firma Lumiere Technology nutzte eine Technik namens “Layer Amplification Method” (LAM), um das Bild zu untersuchen. “We can now analyze exactly what is happening inside the layers of the paint and we can peel like an onion all the layers of the painting”, so Cotte gegenüber BBC News.


Die Technik ist nicht invasiv, das Bild bleibt bei der Untersuchung also komplett unberührt. Die Mona Lisa wurde von Cotte einer Serie intensiver Lichtblitze ausgesetzt und dabei von einer Spezialkamera gefilmt. Die Kamera nimmt jede kleine Variation in der Reflexion der Lichtblitze von der Oberfläche des Gemäldes auf.

Jede Farbschicht, die auf die Leinwand aufgetragen wird, produziert ein spezifisches Relief, also winzige Erhebungen auf der Leinwandoberfläche. Dieses Relief verändert sich mit jeder aufgetragenen Schicht, und genau diese Eigenschaft macht Cotte sich mit seiner Technologie zunutze. LAM kann die Schichten unter der obersten Schicht analysieren, indem die Reflexionen der Lichtblitze auf der Oberfläche der Farbe analysiert wird.

Ist die Mona Lisa wirklich die Mona Lisa?

Die Analyse der unteren Farbschichten des Gemäldes durch Pascal Cotte sendet bereits jetzt Schockwellen durch die Kunsthistorik-Szene. Cotte behauptet, dass unter der eigentlichen “Mona Lisa” ein zweites Porträt einer anderen Frau liegt. Dieser Frau fehlt das geheimnisvolle Lächeln, das zu einem Markenzeichen von da Vincis Werk wurde. Die Erkenntnis, dass da Vinci eigentlich eine komplett andere Frau malte, wäre eine kleine Sensation.

In den letzten 60 Jahren war die Mona Lisa Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Cotte aber behauptet, dass die LAM-Technik so tief in die Schichten des Gemäldes vordringen konnte wie keine andere Methode zuvor.

Zur genauen Identität der “Mona Lisa” bestehen zwar mehrere Theorien, aber die meisten Kunsthistoriker sind sich einig, dass Leonardo da Vinci Lisa del Giocondo porträtierte, die Ehefrau eines Seiden-Händlers aus Florenz. Die Entdeckung von Cotte könnte ernsthafte Zweifel an der Identität der eigentlichen “Mona Lisa” auslösen und wird zumindest für viel Diskussionsstoff sorgen.

 

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