Morbus Parkinson ist ein schweres Los. Die unheilbare Nervenkrankheit geht mit Symptomen wie Muskelstarre, verlangsamten Bewegungsabläufen, Zittern und Haltungsinstabilität einher. Auch wenn die Forschung fieberhaft an einer Heilung arbeitet, kann die Degeneration der betroffenen Nervenzellen bisher weder verlangsamt noch aufgehalten werden. Allenfalls eine Linderung der Symptome ist bisher denkbar. Seit 2013 forschen indische Wissenschaftler an einer Linderung der Symptome mittels Bockshornklee als Begleitung zur pharmazeutisch-chemischen Behandlung.


Bockshornklee-Blätter
Foto: Freshly picked fenugreek leaves for tonight’s goat curry…, heymrleej, Flickr, CC BY-SA 2.0

L-Dopa als Parkinson-Medikament

Der Goldstandard für die Behandlung der Parkinson-Symptome ist der Wirkstoff Levo-Dopa (L-Dopa). Bei langfristiger Anwendung ist dies aber mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit des Auftretens von yskinesie (Störung von Bewegungsabläufen), Dystonie (Bewegungsstörungen mit neurologischem Ursprung). Außerdem können Wirkungsschwankungen beobachtet werden. L-Dopa lindert zwar die durch Parkinson verursachte Symptome, um das perfektes Medikament handelt es sich allerdings nicht.

Um die Behandlung mit L-Dopa zu verbessern, wird schon seit langem nach einem Medikament gesucht, dass in Ergänzung zu dem Wirkstoff dessen Nebenwirkungen zu lindern. Indische Wissenschaftler stießen dabei auf Bockshornklee (Trigonelle foenum-graecum), der normalerweise als Gewürz genutzt wird und dem zellschützende, oxidative und antiinflammatorischen Eigenschaften zugeschrieben wird. Bockshornklee wird schon seit fünfeinhalb Tausend Jahren als Heilmittel eingesetzt.


Bockshornklee als Begleitung zu L-Dopa

Das Team rund um Subhash. L. Bodhankar von der Bharati Vidyapeeth University und Dr. Prasad Thakurdesai untersuchte die Wirksamkeit von Bockshornklee als Begleitmedikament für die L-Dopa-Behandlung 2013 in einer Doppelblindstudie. Über einen Zeitraum von 6 Monaten nahm eine Gruppe von 25 an Parkinson erkrankten Probanden zwischen 18 und 70 Jahren zusammen mit ihrer L-Dopa-Dosis 300 mg Bockshornklee in Kapselform zu sich. Weitere 25 Probanden erhielten lediglich ein Placebo. Die Gruppe, die den aktiven Wirkstoff erhielt, zeigte über den Versuchszeitraum eine deutliche Verbesserung der Nebenwirkungen des L-Dopa. Fünf der Patienten, die den Bockshornklee einnahmen, konnten sogar ihren Status bezüglich des Stadiums der Erkrankung verbessern.

Weitere Forschung nötig

Bis Bockshornklee als Begleitmedikament für die pharmazeutische Therapie von Parkinson verwendet wird, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Eine einzelne Studie ist für sich genommen noch nicht aussagekräftig genug, um von ihr mit hoher Verlässlichkeit auf die Wirksamkeit des Stoffes zu schließen. Es sind also noch weitere Forschungen notwendig, bis die Bockshornklee-Behandlung anerkannt ist.

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