Multiple Sklerose ist eine der am weitesten verbreiteten neurologischen Krankheiten. Weltweit sind mehr als 2,5 Millionen Menschen betroffen. Bisher ist allerdings nicht bekannt, wodurch die Krankheit ausgelöst wird und wie diese geheilt werden kann. Forscher der „University of California Riverside“ und der „Rockefeller University“ haben nun aber – in zwei getrennten Versuchen – bei Mäusen zumindest die Symptome der Krankheit lindern können. Lassen sich diese Erfolge auch auf den Menschen übertragen, könnte dies den Alltag der MS-Erkrankten enorm erleichtern.


MS Behandlung
Bild: Seema Tiwari-Woodruff I. Pittalwala, UC Riverside

Während der Schwangerschaft verringern sich die Symptome

Ihren Ursprung hatten die Forschungen der Wissenschaftler dabei in einer Beobachtung: Bei schwangeren Frauen tritt im letzten Drittel der Schwangerschaft zumeist eine erhebliche Verbesserung der MS-Symptome ein. Diese Entwicklung kann mehrere Monate anhalten, ist aber nicht von Dauer. Nach der Geburt des Kindes, kehrt die Krankheit in voller Stärke zurück. Tatsächlich ließ sich auch bei Labormäusen nachweisen, dass Östrogen zu einer verringerten MS-Symptomatik führt.
Allerdings ist Östrogen als Medikament nicht so einfach einsetzbar. Es sorgt nicht nur für eine Verweiblichung bei männlichen Patienten, sondern kann auch Krebs verursachen. Den Wissenschaftlern ist es nun gelungen, die direkte Gabe von Östrogen zu umgehen und dennoch den gewünschten Effekt zu erreichen. Dazu nutzen sie einen Stoff, der die Östrogen-Rezeptoren des Körpers stimuliert – ohne wirklich Östrogen zu verabreichen. Bei Mäusen erwies sich dieser Trick als erfolgreich: Die Symptome entwickelten sich dauerhaft zurück.

Auch eine dauerhafte Heilung ist denkbar

Besonders erfreulich dabei: Die Behandlung wirkte auch bei weit fortgeschrittenem Krankheitsverlauf noch erfolgreich. Tatsächlich ließ sich nicht nur eine verringerte Symptomatik beobachten, sondern es gab auch Anzeichen, dass langfristig eine Regeneration der von der MS-Krankheit zerstörten Myelinscheiden der Nervenzellfortsätze einsetzt. Diese Erkenntnis könnte auf lange Sicht dann sogar zu einer vollständigen Heilung der Krankheit führen.


Quelle: Gizmag

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