Leukämie gehört zu den gefährlichsten Krebsarten überhaupt, allzu oft versagen sämtliche regulären Therapien. Nun soll eine Gentherapie helfen, die in einer Studie bei 52 von 63 eigentlich aussichtslosen Patienten hilfreich war. 40 Probanden gelten inzwischen sogar als krebsfrei!


Veränderte T-Zellen vernichten den Krebs im Blut

Ein Jahr nach der Gentherapie lebten noch 80 % der Patienten

Das Mittel steht aktuell in den USA kurz vor der Zulassung, die amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA gab eine Empfehlung hierzu ab. Ein großer Erfolg nach 20 Jahre intensiver Forschung! Zum Vergleich: Ein Jahr nach der Gentherapie lebten noch 80 % der behandelten Patienten, wohingegen nach einer herkömmlichen Therapie in diesem Stadium im Durchschnitt 20 bis 40 % noch am Leben sind. Wie kommt dieses Ergebnis zustande, welche Veränderungen nehmen die Forscher an den menschlichen Genen vor?

Eine einzige veränderte T-Zelle vernichtet 100.000 Krebszellen

Jahrelang versuchten die amerikanischen Wissenschaftler an der Universität Pennsylvania, Immunzellen innerhalb des Körpers zu behandeln, doch dabei kam es immer wieder zu unerwarteten Todesfällen und schmerzhaften Rückschlägen. Irgendwann entschlossen sie sich dann, T-Zellen aus den Blutstammzellen zu entnehmen und im Labor zu verändern. Diese T-Zellen gehören zu den wichtigsten Waffen unseres Immunsystems, doch bei Leukämiepatienten nehmen sie ihren Job nicht mehr wahr: Krebszellen zu erkennen und auszuschalten. Im Labor erhalten sie einen Rezeptor, der ihre Funktion wiederherstellt, damit erkennen sie endlich wieder ihren Feind. Der gefährliche Part besteht darin, dass dieser Rezeptor von einem inaktiven Aids-Virus stammt. Eine einzige dieser manipulierten T-Zellen vernichtet etwa 100.000 Krebszellen, darum nennt ihr Erfinder Carl June sie »Serienmöder«.


Eine Behandlung kostet bis zu einer halben Million Dollar

Nach der dreiwöchigen Vermehrung dieser neuen T-Zellen erhalten die Patienten ihre eigenen Immunzellen als Medikament Tisagenlecleucel. Eine Behandlung kostet bis zu einer halben Million Dollar. Das Verfahren soll ausschließlich bei Leukämie-Patienten zur Anwendung kommen, die keine andere Chance mehr haben, das sind in den USA pro Jahr etwa 600 Menschen. Die T-Zellen-Gentherapie dient als ein Beispiel dafür, dass uns die Waffen im Kampf gegen Krebs noch lange nicht ausgegangen sind.

Quelle: deutschlandfunknova.de

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