Deutschland ist nicht gerade ein Ölstaat. Ganz im Gegenteil: Alleine im Jahr 2016 wurden 91 Millionen Tonnen Rohöl importiert. Tatsächlich wird aber auch hierzulande Öl gefördert – wenn auch in eher geringen Mengen. Bisher beschränkte sich die Ausbeutung entsprechender Lagerstätten aber beinahe ausschließlich auf die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dort werden jährlich rund 2,4 Millionen Tonnen Rohöl aus der Erde geholt. Nun hat allerdings die Firma Rhein Petroleum eine Ölfördergenehmigung für das Bohrfeld „Schwarzbach I“ erhalten. Das Vorkommen liegt in Südhessen in der Nähe von Stockstadt. Zukünftig sollen dort wöchentlich etwas mehr als sechzig Tonnen Rohöl aus der Erde geholt werden. Per Tanklastwagen wird das schwarze Gold dann zunächst in eine Raffinerie nach Karlsruhe geliefert und dort weiter verarbeitet.


Foto: Rhein Petroleum

Die Probebohrungen führten zu einer erfreulichen Prognose

Im Tank unserer Autos dürfte das hessische Öl allerdings nicht landen. Vielmehr gibt die Abbaufirma die Kosmetik- und Arzneimittelindustrie sowie Möbelhersteller als potentielle Abnehmer an. Bevor die 24 Jahre gültige Genehmigung für die Ölförderung in Hessen erteilt wurde, mussten zunächst einige Probebohrungen durchgeführt werden. Diese ergaben: Die Förderung ist auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll und praktikabel. Tatsächlich wird in Hessen kein komplettes Neuland betreten. In der Region wurde bereits zwischen 1952 und 1994 Öl gefördert. Ob sich die Förderung auf den wenigen deutschen Ölfeldern lohnt, hängt letztlich von der Entwicklung des Weltmarktpreises ab. Die Manager von Rhein Petroleum scheinen sich aber sicher zu sein, auch langfristig Abnehmer für ihr Öl zu finden.

Fracking ist in der Bevölkerung deutlich stärkt umstritten

Für die Förderung von Öl und Gas ist in Deutschland eine Genehmigung erforderlich. Diese wird durch die jeweilige Landesregierung erteilt. Das Bohrfeld in Hessen ist vergleichsweise unproblematisch, weil dort auf konventionelle Art und Weise Öl gefördert wird. Anders sieht dies beim sogenannten Fracking aus. Dabei werden Chemikalien unter großem Druck in den Boden gepresst und dadurch Öl und Gas an die Oberfläche befördert. Ein Verfahren das große Risiken für die Umwelt mit sich bringt und daher extrem umstritten ist. Steigende Weltmarktpreise für bestimmte Rohstoffe sorgen immer wieder dafür, dass auch einheimische Vorkommen verstärkt in den Blick genommen werden. Ein weiteres Beispiel: Ein Lithium-Bergwerk im Erzgebirge.


Via: FAZ

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