Öl galt lange Zeit als wichtigster Schmierstoff der Weltwirtschaft. Immer wieder wurde der Rohstoff allerdings auch als politische Waffe eingesetzt. So auch in den 1970er Jahren als die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die Erdölproduktion bewusst zurückfuhr. Anlass war der Jom-Kippur-Krieg 1973. Dies führte in vielen westlichen Ländern zu einer Ölknappheit und einem massiven Preisanstieg. Die Vereinigten Staaten reagierten daher 1975 und verboten den Export von Rohöl. Durch neue Fördermethoden – etwas das umstrittene Fracking – ist die Ölproduktion in den USA in den letzten Jahren allerdings massiv angestiegen. Nach mehr als 40 Jahren wurde das Exportverbot daher nun aufgehoben.


Foto: By Dirk Ingo Franke (photo taken by Dirk Ingo Franke) [CC BY-SA 2.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
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Rohölexport ist Teil eines großen Kompromisses

Die texanische Ölfirma Enterprise Products Partners LP hat dabei bereits angekündigt, Anfang Januar rund 600.000 Barrel Rohöl in die Schweiz zu exportieren. Genutzt werden soll dazu der Hafen in Houston. Käufer ist die niederländische Firma Vitol Group, die in der Schweiz eine Raffinerie besitzt, in der das Rohöl weiter verarbeitet werden soll. Die Aufhebung des Exportverbots ist dabei Teil eines großen energiepolitischen Kompromisses. Im Gegenzug stimmten die Republikaner beispielsweise der Verlängerung von Steuererleichterungen für Investitionen in Erneuerbare Energien zu. Außerdem wurde eine Zahlung von 500 Millionen Dollar an den UN-Klimafonds vereinbart.

Umweltschützer kündigen Widerstand an

Umweltschützer und Klimaaktivistin sind dennoch alles andere als begeistert von der Neuregelung. „Nur Tage nachdem wir alle in Paris neue Hoffnung schöpfen konnten, hat das Imperium zurückgeschlagen“, kommentierte beispielsweise Stephen Kretzmann von „Oil Change International“. Er kündigte an, den Ausbau der – für den Export notwendigen – Infrastruktur blockieren zu wollen. Experten weisen allerdings darauf hin, dass die Vereinigten Staaten auch zuvor schon Öl exportierten. So beispielsweise 4,3 Millionen Barrel täglich an raffiniertem Öl. Ausnahmegenehmigungen erlaubten zudem auch bisher schon den Export von Rohöl – allerdings nur in begrenzten Mengen und an befreundete Staaten.


Via: Digitaljournal

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