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Nach mehr als fünfzig Jahren: Erste US-Fabrik auf Kuba soll Traktoren produzieren

Als Fidel Castro 1959 in Kuba die Macht übernahm, verstaatlichte er anschließend den Privatbesitz. Davon waren auch viele US-Firmen betroffen, die Milliarden an Dollar verloren. Die Regierung der Vereinigten Staaten reagierte daher extrem verärgert und verhängte ein Wirtschaftsembargo gegen die Karibikinsel. Seitdem war es US-Unternehmen nicht mehr erlaubt Geschäfte auf oder mit Kuba zu machen. Obwohl die Ziele des Embargos nicht erreicht wurden, blieb es stets in Kraft. Vor gut einem Jahr allerdings vereinbarten Raul Castro und Barack Obama die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen. Das Embargo wurde bisher zwar noch nicht wieder ausgesetzt, doch Obama lockerte dessen Bestimmungen. Ein erstes Ergebnis: Zwei US-Investoren planen auf Kuba eine Fabrik für Traktoren zu eröffnen.

Die Sonderwirtschaftszone liegt rund dreißig Kilometer von der kubanischen Hauptstadt entfernt. Foto: Vgenecr from nl  CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Die Sonderwirtschaftszone liegt rund dreißig Kilometer von der kubanischen Hauptstadt entfernt. Foto: Vgenecr from nl CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Investitionen von bis zu zehn Millionen Dollar sind geplant

Es wäre die erste größere US-Investition auf der Insel seit der kubanischen Revolution. Durchgeführt werden soll sie von den beiden Geschäftsleuten Horace Clemmons und Saul Berenethal. Berenethal wurde dabei einst selbst auf Kuba geboren, verließ das Land aber im Alter von 16. In den USA arbeitete er dann bei IBM und traf dort auf Clemmons. Gemeinsam machten sie sich selbstständig und verkauften ihre Firma später mit hohem Profit. Nun wollen sie in einer Sonderwirtschaftszone in Kuba zwischen fünf und zehn Millionen Dollar in eine Fabrik investieren. Dort sollen dann später Traktoren mit einer Stärke von 25 PS produziert werden.

Das Ziel: Dreihundert Mitarbeiter sollen tausend Traktoren produzieren

Als Kunden haben die beiden dabei nicht nur den größer werdenden Privatsektor des Landes im Blick. Vielmehr planen sie auch den Export in andere Länder Süd- und Mittelamerikas. Langfristig hoffen die Unternehmer so bis zu tausend Traktoren pro Jahr zu verkaufen und rund 300 lokale Arbeitsplätze zu schaffen. Das Projekt wird daher auch von den kubanischen Behörden mit Wohlwollen verfolgt und nach Kräften unterstützt. Ganz uneigennützig sind die beiden Unternehmer dabei allerdings auch nicht: Pro Traktor kalkulieren sie mit einer Gewinnspanne zwischen zehn und zwanzig Prozent. Kommt nichts mehr dazwischen, könnte schon im nächsten Jahr mit der Produktion der ersten Traktoren begonnen werden.

Via: DigitalJournal

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