Am Dienstag kam es auf der Insel Taiwan zu einem folgenschweren Stromausfall. Rund sechs Millionen Haushalte konnten mehrere Stunden lang nicht versorgt werden. Auch zahlreiche Zulieferbetriebe für westliche Konzerne mussten ihre Produktion anhalten. Es entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Apple musste seinen Aktionären sogar zeitnah versichern, dass die Produktion des iPhone 8 dennoch wie geplant verläuft. Schuld war ein technischer Fehler an einem Gaskraftwerk. Zukünftig sollen öffentliche Energiespeicher helfen, solche Probleme zu vermeiden. So verkündete Wissenschafts- und Technologieminister Chen Liang-gee: „Tesla nutzt Lithium-Ionen-Batterien, um Kalifornien und Australien zu helfen, smarte Stromnetze und Stromspeicher zu implementieren. Wir können davon zukünftig lernen. Wir werden versuchen, herauszufinden, ob es Möglichkeiten der Zusammenarbeit gibt“.


Der neue Netzspeicher von Tesla unterhalb einer Stromleitung
In Kalifornien hat Tesla bereits einen Energiespeicher gebaut, der die Versorgungssicherheit erhöhen soll. Foto: Ernesto Sanchez/Edison International

Der Ausstieg aus der Atomkraft dürfte die Netze stark belasten

Der Plan sieht vor, zeitnah eine Regierungsdelegation in die Vereinigten Staaten zu schicken, um dort direkt mit Tesla zu verhandeln. Der Wirtschaftsminister wird daran allerdings nicht mehr beteiligt sein – er musste im Anschluss an den massiven Stromausfall seinen Rücktritt einreichen. Die Regierung steht bei diesem Thema unter starkem Druck, möglichst schnell eine Lösung zu präsentieren. Denn Taiwan hat angekündigt, bis zum Jahr 2025 alle Atomkraftwerke abschalten zu wollen. Stattdessen ist geplant, die Erneuerbaren Energien stark auszubauen. Kritiker hatten aber schon bei der Bekanntgabe dieser Pläne vor Problemen mit der Versorgungssicherheit gewarnt – und fühlen sich nun bestätigt. Zumal die Produktion von Solar- und Windkraftanlagen deutlich schwankender ist als von Gaskraftwerken.

Bisher verkauft Tesla auf Taiwan nur Autos und betreibt Ladestationen

Hier kommt Tesla ins Spiel. Das Unternehmen ist erst seit diesem Jahr überhaupt auf dem taiwanesischen Markt vertreten. Bisher werden dort aber lediglich Elektroautos verkauft und einige Supercharger betrieben. Die öffentliche Anfrage der Regierung könnte nun eine gute Gelegenheit sein, das Geschäft auf der Insel vor der chinesischen Küste weiter auszubauen. Als der südaustralische Bundesstaat South Australia zu Beginn dieses Jahres immer wieder mit Blackouts zu kämpfen hat, ließ sich Tesla-Chef Elon Musk diese Gelegenheit jedenfalls nicht entgehen: Er versprach, die Problematik innerhalb von einhundert Tagen zu lösen – oder kein Geld für die erbrachte Leistung zu verlangen. Ein ähnliches Modell wäre nun auch auf Taiwan denkbar.


Via: Electrek

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