Städte, Kommunen und auch Privatanwender suchen vermehrt nach Lösungen um die Umwelt von belastenden Schadstoffen wie etwa Stickoxide ein zu befreien. Dabei tragen unter anderem verbesserte Katalysatoren in Fahrzeugen zu geringeren Ausstößen von Schadstoffen bei. Zudem arbeitet die Automobilbranche auch mit Hochtouren an alternativen Antrieben, die deutlich umweltfreundlicher sind.


Einer Statistik des Umweltbundesamts zufolge, konnte mit dem Mauerfall ein Rückgang der Schadstoffbelastung der Luft registriert werden. Das resultiert vorwiegend aus den Bemühungen Branchen-übergreifend emmissionsarme Produkte herzustellen. Eine neue Möglichkeit aktiv die in der Luft befindlichen Schadstoffe zu neutralisieren, stellen spezielle Pflastersteine aus Beton dar, die in der Lage sind sich selbst und auch die Luft zu reinigen. Wie der Schadstoffabbau mit Photoment erzielt wird, wollen wir euch in dem folgendem Beitrag einmal näher bringen.

Vancouver - 100 Prozent Umweltfreundlich
Vancouver – 100 Prozent Umweltfreundlich

Photoment ist als Pulver verfügbar

Saubere Atemluft ist ein entscheidender Faktor für unsere Gesundheit und auch Lebensqualität. Aufgrund der hohen Verkehrsdichte sind wir allerdings vor allem in Städten vermehrt Schadstoffen wie Stickoxide ausgesetzt. Steigen die Temperaturen im Sommer beispielsweise, wird durch Stickoxide auch die Entstehung des gesundheitsschädlichen Ozons in bodennahen Luftschichten begünstigt. Die Qualität der Luft wird im Allgemeinen mit der Hilfe des Air Quality Index (AQI) bestimmt. Dabei gilt, je höher der Index, desto schlechter ist die Luftqualität. Im Schnitt haben die Städte in Deutschland einen relativ niedrigen Index. Es gibt jedoch auch Ausnahmen wie Berlin. Mit den seit 2010 speziell in der EU geltenden strengen Grenzwerten für Stickoxide haben jedoch auch deutsche Ökostädte wie Freiburg große Probleme die Normen zu erfüllen. Bis spätestens Ende 2015 müssen die Grenzwerte jedoch eingehalten werden.


Um langfristig eine bessere Luftqualität in Städten erzielen zu können, werden zunehmen auch spezielle Betonpflastersteine mit katalytischer Wirkung eingesetzt. Es handelt sich dabei um Pflastersteine, die beispielsweise mit dem innovativen Betonzusatzstoff „Photoment“ angereichert werden. Das als Pulver vorliegenden feinkörnige Material  besteht hauptsächlich aus Silizium-, Aluminium- und Eisenoxid sowie Titandioxid (TiO2) und weist somit eine hohe photokatalytische Aktivität auf. Im Klartext heißt dass, dass die mit Photoment veredelten Pflastersteine mit der Hilfe von Sonnenenergie und Regen in der Lage sind die verdreckte Luft rein zu waschen. Untersuchungen an der TU Berlin und der Universität Mainz bestätigten die Wirksamkeit des Stoffs, der aktiv die Umwelt ein Stück weit entlastet.

Photoment
Photoment in Pflastersteinen reinigt die Luft via Pohotoment.com

Und so funktioniert die Reinigung

Nach der Anreicherung von Baumaterialien wie etwa Beton, bewirkt Photoment als sich an der Oberfläche angesiedelter Photokatalysator, unter Lichteinstrahlung den Abbau organischer und auch anorganischer Moleküle. Schadstoffe, die in der Umgebungsluft enthalten sind, können folglich bei Tageslicht aber auch bei künstlicher Beleuchtung abgebaut werden. Vorrangig handelt es sich dabei um die Reduzierung von Stickoxiden. Während des Abbauprozesses entsteht Salz in der Form von Nitrat.

Die behandelten Pflastersteine haben noch eine weitere begrüßende Eigenschaft. Aufgrund der photokatalytischen Reaktion in Verbindung mit Licht, werden auch anhaftende Fremdstoffe durch Wasser unterspült und somit einfach gelöst. Die Oberflächen bleiben also länger sauber und reinigen sich von selbst. Die Reaktionen wiederholen sich dabei beliebig oft. Schließlich wird der spezielle Photokatalysator während des Reinigungsprozesses weder verbraucht noch beeinflusst.

Experten haben berechnet, dass man mit einer Fläche mit speziellen Photoment versetzten Beton in der Größe eines Fußballfeldes pro Stunde bis zu 17 Gramm Stickoxide aus der Stadtluft entfernen kann. Der Vorgang geschieht völlig autark und erfordert keinen zusätzlichen Energieaufwand und Materialeinsatz.

Video zu Photoment und der Wirkungsweise katalytischer Pflastersteine

Einsatz in Zukunft könnte vielfältig sein

Reinigende Stoffe wie etwa Photoment können jedoch nicht nur Pflastersteine anreichern, sondern auch bei anderen Baumaterialien zum Einsatz kommen. Denkbar wären beispielsweise Hausfassaden, die besonders anfällig für Moose, Pilze und auch Algen sind, mit einer selbstreinigenden Oberfläche zu versehen. Weitere potentielle Anwendungsbereiche sind zudem Dachsteine, Fassadenputze und -farben, Lärm- und Sichtschutzwände sowie Fahrbahndecken. Um einen möglichst großen Effekt erzielen zu können gilt es zu beachten, dass die Relation zwischen der vorhandenen Fläche und der Sonnen- beziehungsweise Lichteinstrahlung möglichst hoch ist.

Die speziellen Pflastersteine kommen praktisch in jeder deutschen Stadt bereits zum Einsatz. Die Wikunsgweise wurde in der Vergangenheit beispielsweise in der Innenstadt von Bottrop mehrfach bestätigt. Behandelt wurde der Gehweg im Kreuzungsbereich Essener Straße/Peterstraße, der gleichzeitig auch als Teststrecke für die Photoment-Pflastersteinen fungiert. Die Strecke wurde mit Bedacht gewählt, da hier die Luftbelastung besonders hoch ist.

Weitere Innovationen zur Luftreinigung

Im Laufe der Zeit haben wir bereits über ebenfalls ziemlich wirksame Möglichkeiten berichtet, die Luft ein wenig sauberer zu halten. So hat die holländisch-französische Firma „Cloud Collective“ im letzten Jahr ein Konzept vorgelegt, wie mit Algen die Luft vom CO2 gereinigt werden kann. In Lima (Peru) haben Wissenschaftler der University of Engineering and Technology of Peru, kurz der UTEC zudem ein riesiges Plakat vorgestellt und auch angebracht, welches dazu beiträgt die Luftverschmutzung in der Stadt zu verringern.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.