Über das Plastikproblem müssen wir hier wohl nicht mehr viele Worte verlieren. Die Menschheit produziert deutlich zu viel Plastikmüll, Millionen Tonnen davon gelangen jährlich in die Ozeane, und auch wenn es interessante Ansätze gibt, um dem Plastikmüll im Meer Herr zu werden, sollte die Problematik im Grunde bei der Wurzel gepackt werden: Wenn weniger Plastik verwendet wird, fällt auch weniger Plastikmüll an. Einen guten Ansatz in diese Richtung verfolgen Forscher der University of Nottingham sowie der Nile University in Ägypten. Sie haben Tüten entwickelt, die statt aus Kunststoff aus den Schalen von Krabben bestehen.


Bild: University of Nottingham
Bild: University of Nottingham

Biologisch abbaubare Einkaufstüten

Das alternative Material hat einen großen Vorteil: Es kann im Gegensatz zu Plastik komplett biologisch abgebaut werden. Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern wie etwa in Ägypten sind Plastiktüten ein großes Problem. Recycling ist in solchen Ländern noch nicht so sehr Thema wie in Industrieländern. Bioplastik aus Pflanzen kommt in Ägypten auch nicht in Frage, da die landwirtschaftliche Nutzfläche des Landes hauptsächlich für die Produktion von Nahrung und Baumwolle verwendet wird.

Um diese Problematik in den Griff zu bekommen, experimentiert das Team mit Chitosan, einem Biopolymer aus Krabbenschalen. Das Projekt konzentriert sich auf die Verwendung des Chitosans in Ägypten. Ziel ist es, ein Nanokomposit-Polymer zu entwickeln, das für Einkaufstüten geeignet, an die ägyptischen Bedingungen angepasst und sowohl biologisch abbaubar als auch günstig ist.


Plastiktüten aus Krabben sind noch 10 bis 15 Jahre weit weg

Chitosan wird aus Krabbenschalen hergestellt, die vorher mit einer Säure behandelt wurden, um das Calciumcarbonat zu entfernen. Anschließend werden die Schalen mit einer alkalischen Lösung behandelt, was dazu führt, dass sich ein Polymer in Flockenform bildet. Diese Polymer-Flocken können im Anschluss zu einem dünnen Plastik verarbeitet werden.

Das Material ist vor allem auch deshalb attraktiv, weil Chitosan sich nicht nur dadurch auszeichnet, biologisch abbaubar zu sein, sondern antimikrobielle und antibakterielle Eigenschaften aufweist. Außerdem absorbiert das Material Sauerstoff, was die Haltbarkeit vieler darin verpackter Lebensmittel verlängern würde.

Das Team hofft, die Verwendung von Chitosan für Unternehmen attraktiv machen zu können. „Use of a degradable biopolymer made of prawn shells for carrier bags would lead to lower carbon emissions and reduce food and packaging waste accumulating in the streets or at illegal dump sites. It could also make exports more acceptable to a foreign market within a 10-15-year time frame. All priorities at a national level in Egypt„, so Dr. Nicola Everitt von der University of Nottingham.

via NewAtlas.com

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