Nachhaltiger als Entwicklungshilfe? Bedingungsloses Grundeinkommen für 6.000 Kenianer

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist aus den Köpfen der Menschen nicht mehr herauszubekommen. Zu spannend ist einfach die Frage: Wie entwickelt sich eine Gesellschaft, in der wirklich jeder eine monetäre Absicherung erhält, ohne dafür irgendetwas leisten zu müssen? Die Organisation GiveDirectly will jetzt 6.000 Kenianer 10 bis 15 Jahre lang mit genug Geld für alle Grundbedürfnisse ausstatten. Werden die Ergebnisse überzeugender sein als bei der üblichen Entwicklungshilfe?

Sicherheit durch regelmäßige Finanzspritzen: Macht das bedingungslose Grundeinkommen glücklich?

Führt das Grundeinkommen zu dauerhaften Verbesserungen?

Entwicklungshilfe funktioniert häufig wie eine Art Patchworkprogramm: Die bedürftigen Menschen erhalten Nahrung, manchmal auch Wohnraum und / oder soziale und medizinische Unterstützung. Allzu oft versickern Gelder ohne nachhaltige Wirkung, die Armut scheint sich sogar immer weiter auszubreiten. Die Organisation GiveDirectly möchte es nun genau wissen: Wenn eine große Anzahl armer Menschen über einen langen Zeitraum hinweg ein solides Grundeinkommen erhält, wird dies zu dauerhaften Verbesserungen der Gesellschaft führen? 6.000 Kenianer sollen nun in einer Art Sozialexperiment für einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, um genau auswerten zu können, wie sich menschliche Lebensläufe dadurch verändern. Bislang gab noch keinen Test in diesem Bereich, der so langfristig ausgelegt war, das Grundeinkommen wirklich ohne jede Bedingung lieferte und zugleich auf objektiver experimenteller Basis funktionierte.

Wird das Grundeinkommen die Armutsbekämpfung revolutionieren?

Gesamtkosten des Experiments: etwa 30 Millionen USD

Unter Federführung bekannter wissenschaftlicher Koryphäen wie beispielsweise Abhijit Banerjee als indischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor in Massachusetts wird dieses Projekt sicherlich auf soliden Füßen stehen. Spannende Fragen stehen im Raum, wie zum Beispiel, ob die grundversorgten Menschen ihre Zeit freiwillig in Weiterbildung investieren oder sich auf die Suche nach einem guten Job begeben – und nach welchen Kriterien sie sich dann ihre Arbeit aussuchen. Die Organisation rechnet mit einem Gesamtfinanzbedarf von 30 Millionen USD, 90 % davon gehen direkt an extrem bedürftige Menschen. Die restlichen 10 % sind für die grundlegenden bürokratischen Abläufe reserviert. Ein ähnlicher Testlauf würde in den USA etwa 500.000 USD verschlingen, in einem Schwellenland wie Kenia halten sich die Kosten vergleichsweise in Grenzen. Wenn dieses Projekt uns einen Hinweis darauf gibt, wie man bittere Armut tatsächlich effektiv bekämpft, wäre dies sicher ein großer Gewinn für die Menschheit.

Quelle: givedirectly.org