Rund ein Jahr dauerte es, die Solarmodule zu errichten und an das Stromnetz anzuschließen. Seit Ende Oktober aber liefert Europas größter Solarpark in der südfranzösischen Stadt Cestas zuverlässig Strom. Anlässlich der Weltklimakonferenz in Paris luden die Initiatoren des Projekts nun zur offiziellen Einweihung der Anlage. Pro Jahr werden dort nun 350 Gigawattstunden Strom produziert. Dies entspricht in etwa dem Verbrauch der benachbarten Großstadt Bordeaux. De facto wird der Strom aber natürlich in das gesamtfranzösische Netz eingespeist und dorthin geliefert, wo er benötigt wird. Preislich kann der Solarstrom dabei mit anderen Energiequellen durchaus mithalten.


Via: Treehugger Copyright: neoen
Via: Treehugger Copyright: neoen

Solarenergie ist preiswerter als neue Atomkraftwerke

Das Rückgrat der französischen Energieversorgung bilden aktuell Atomkraftwerke. Mit einem Preis von 10,5 Cent pro Kilowattstunde ist der Strom aus dem neuen Solarpark aber vergleichsweise günstig. So plant Frankreich aktuell den Bau zweier neuer Atomkraftwerke: Eines im britischen Hickley Point und eines im französischen Flamanville. Beide Nuklearanlagen kalkulieren aber mit höheren Preisen je Kilowattstunde. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Bedingungen für Sonnenstrom in Südfrankreich optimal sind. So scheint die Sonne nicht nur regelmäßig und intensiv, sondern es können auch große Flächen Land preisgünstig erworben werden. So erstreckt sich der neue Solarpark in Cestas über eine Fläche von 250 Hektar.

Solarenergie besitzt in Frankreich noch viel Potential

Um aber die Kernenergie tatsächlich ersetzen zu können, sind noch einige weitere Solarparks notwendig. Die Anlage in Cestas beispielsweise produziert in etwa ein Drittel so viel Strom wie ein Atomkraftwerk. Aktuell sind in Frankreich aber 19 Kernkraftwerke mit 58 Reaktorblöcken in Betrieb – hinzu kommt bald die Anlage in Flamanville. Sollten sich die Baukosten von rund 360 Millionen Euro für Europas größten Solarpark allerdings schon bald rentieren, dürften Nachfolgeprojekte nicht lange auf sich warten lassen. Nachholbedarf ist jedenfalls vorhanden: Während im nicht allzu sonnigen Deutschland Solarkapazitäten von 39 Gigawatt installiert sind, kommt Frankreich bisher nur auf 5,7 Gigawatt.


Via: Treehugger

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Chris

    4. Dezember 2015 at 16:26

    Nichts gegen erneuerbare Energien, aber dafür für werden 250 Hektar Land verschwendet? Es macht viel mehr Sinn, vorhandene verbaute Flächen wie Hausdächer und Fasaden mit damit auszustatten!

    Das selbe läuft mit Energierpflanzen falsch. Statt die komplette Biomasse zu verheizen ist es sinnvoller die Feldfrüchte zu essen/verfüttern und nur die nicht verwertbaren Pflanzenteile zur Energieerzeugung und danach wieder als Dünger zu verwenden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.