In vielen Produkten, die wir jeden Tag nutzen, finden sich Nanopartikel. Es existieren jedoch Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass die winzigen Teilchen schädlich für den menschlichen Körper sein können. Eine neue App soll Verbrauchern nun dabei helfen, herauszufinden, ob ein Produkt Nanoteilchen enthält.


Besonders die Kosmetikindustrie hat Nanopartikel für sich entdeckt. Zahlreiche Sonnencremes enthalten Nano-Titandioxid- oder Nano-Zinkoxidpartikel, die wie winzige Spiegel das Sonnenlicht reflektieren. Auch in Makeup, Deodorants, Zahnpasten, Mascaras und Pflegeprodukten kommen Nanopartikel zum Einsatz. Die kleinen Teilchen sind mit einem Durchmesser von 1 bis 100 Nanometer kleiner als die Dicke eines menschlichen Haares. Aufgrund dieser extrem kleinen Größe können sie auf vielen Wegen in den menschlichen Körper eindringen, wo ihre Langzeitfolgen noch nicht abgeschätzt werden können.


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) geht aber davon aus, dass die kleinen Nanopartikel erhebliche Gesundheitsschädigungen hervorrufen können, vor allem dann, wenn sie in Aerosolen und Sprays vorkommen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Nanopartikeln.

Nanoteilchen auch in Lebensmitteln

Ein vorsichtiger Umgang mit Nanoteilchen ist vor allem deshalb angebracht, weil auch die Lebenmittelindustrie diese für sich entdeckt hat. So enthalten zum Beispiel Lebensmittel wie Instant-Suppen, Salz oder Kaffeeweißer Nano-Siliziumdioxid, um ein Verklumpen zu verhindern. Nanopartikel sollen auch Schokoriegel haltbarer machen, Getränke mit Vitaminen anreichern oder werden als Verpackungsbeschichtung verwendet. Die Entwicklung wird sich fortsetzen, da zahlreiche Nahrungsmittelkonzerne in Nanotechnologie investieren.

Um den Verbraucher auf die Nanoteilchen aufmerksam zu machen, hat der BUND eine Produktdatenbank angelegt, in der Produkte mit Nanopartikeln aufgeführt sind. Die Kennzeichnung von Nanoteilchen auf der Verpackung ist seit 2013 Pflicht, aber nur bei Lebensmitteln, Kosmetika und Bioziden, weshalb viele Produkte in der Datenbank nicht geführt sein dürften.

Codecheck-App scannt Produkte

Wer ein Produkt direkt vor dem Kauf auf Nanopartikel hin überprüfen will, bekommt nun Unterstützung von einer App des Anbieters Codecheck. Mit ihr kann das Produkt über die Fotofunktion eingescannt werden und wird mit der Datenbank des BUND abgeglichen. “Es ist einfach nicht klar abzuschätzen, welche Auswirkungen Nanopartikel zum Beispiel in Bezug auf verletzte Hautstellen haben. Die Einschätzungen zur Sicherheit von kosmetischen Inhaltsstoffen, welche Nanopartikel enthalten, beziehen sich meist nur auf die Verwendung bei gesunder Haut”, so die wissenschaftliche Leiterin bei Codecheck, Vanessa Dilg.

Nanopartikel wirken sich nicht nur auf den Menschen aus, sondern sie gelangen über das Abwasser auch in die Umwelt. Auch dort sind ihre Folgen nicht absehbar. Laut einer Untersuchung des MIT können Nanopartikel außerdem zu Schäden an der menschlichen DNA führen.

Bis die Auswirkungen der kleinen Partikel bekannt ist, ist zumindest Vorsicht angeraten. Die Codecheck-App zeigt auch an, ob ein Produkt Palmöl enthält und fleischfrei ist. Außerdem warnt sie vor angeblich gesunden Produkten mit hohem Anteil ungesunder Inhaltsstoffe.

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