Der französische Roboterhersteller Aldebaran Robotics hat mit NAO einen Roboter gebaut, der in Zukunft noch so manchen Arbeitsplatz bereichern dürfte. Die Bewährungsprobe als Fremdsprachen-Coach hat das kleine Kerlchen bereits gut gemeistert. Nun wurde NAO auch auf einer Entbindungsstation eingesetzt. NAO hilft bei der Organisation und spricht sogar Handlungsempfehlungen aus. Letzteres ist vor allem dann ziemlich hilfreich, wenn außerplanmäßige Ereignisse eintreten. Roboter als medizinische Assistenten, die unterstützen allerdings nicht ersetzen sollen, dürften durchaus eine Zukunft haben.


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NAO Roboter hilft bei Personaleinteilung und Zimmerverteilung

Krankenhäuser und speziell auch Entbidnungsstationen offenbaren jeden Tag aufs Neuste organisatorische Herausforderungen. Hier kann kaum ein Vorgang optimiert oder gar automatisiert werden. Fällt Personal aus, kommt es zu unvorhergesehenen Komplikationen bei Patienten oder weiß der eine einfach nicht wo der andere gerade ist, ist Improvisation angesagt. In diesen Fällen ist es gut jemanden an der Seite zu haben, der stets einen kühlen Kopf bewahrt und bei der Entscheidungsfindung unterstützt. Forscher des Massachusetts Institute of Technology testeten NAO im Beth Israel Krankenhaus in Boston. Der Roboter unterstützte dabei unter anderem die Oberschwester, die bis zu zehn Krankenschwestern und 20 Patienten in 20 Räumen koordinieren muss. Manchmal müssen dabei mehrere Entscheidungen binnen weniger Minuten getroffen werden. Eine besondere Herausforderung stellt dabei das Einsatzfeld in einer Entbindungstation dar, schließlich können hier beispielsweise Wehen nicht exakt vorhergesagt und getaktet werden. NAO half dabei Empfehlungen auszusprechen. Diese reichten von der Zimmerverteilung bis zur Personalverteilung. Zuvor erlernte NAO vom Personal was gute und schlechte Entscheidungen sind und optimierte daraufhin seine Empfehlungen. Der Lernprozess, basierend auf einen intelligenten Algorithmus, funktionierte so gut, dass NAO auch in unbekannten Situationen sein Erlerntes anwenden konnte. Faktisch im Ausschlussverfahren fiel am Ende die richtige Empfehlung ab.


Die Forscher sind vom Ausgang und den Testergebnissen durchaus positiv überrascht. Schließlich verlief der Einsatz erfolgreich. Wie dem veröffentlichten Fachpaper entnommen werden kann, wurden die Entscheidungen von NAO zu 90 Prozent vom Personal übernommen. Ziemlich interessant ist auch, dass NAO allein schon während des Beobachtens des Personals lernte. Ein Anlernen des Roboters war nicht erforderlich. Wann die NAO-Roboter final in Krankenhäusern als tatkräftige Unterstützung zum Einsatz kommen, ist bisher noch offen.

NAO Roboter im Krankenhauseinsatz

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1 Kommentar

  1. Christoph

    15. Juli 2016 at 12:22

    Die Idee ist genial! Dieser Roboter hat potential. Er kann keine Betten schieben, aber er könnte beispielsweise Leute zu gewünschten Räumen führen. Im Krankenhaus braucht er auch keine Treppen zu gehen, da es überall Aufzüge gibt. Er könnte via WLAN auch mit einem zentralen Computersystem verbunden sein, dass ganz viele Roboter steuert bzw. verwaltet. Mit seiner Kamera könnte er auch Barcodes von Formularen ablesen und zugehörige Informationen ausgeben oder die Leute mit dem verantwortlichen Ansprechpartner verbinden. Ob er wohl eine Krankenakte tragen könnte?

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