Negativtrend: Immer mehr Güter werden von Lastwagen transportiert

Seit vielen Jahren hat die Bundesregierung das Ziel ausgegeben, mehr Frachtverkehr auf die Schiene zu verlagern. Diese Zielsetzung hat mehrere Gründe. Zum einen stellen Lastwagen eine erhebliche Belastung für die Straßen in Deutschland dar und sind auch für eine Vielzahl an Staus verantwortlich. Zum anderen ist aber auch die Klima- und Umweltbilanz der LKW-Transporte ein Problem. So entstehen beim Transport von Gütern mit einem Gewicht von einer Tonne auf der Straße pro Kilometer 101 Gramm an Klimaemissionen. Der Transport auf der Schiene kommt hingegen auf einen Wert von nur 23 Gramm. Binnenschiffe kommen mit 31 Gramm aus. Ähnlich sieht es auch bei den ausgestoßenen Stickoxiden pro Kilometer aus: Lastwagen verursachen 0,34 Gramm, Züge aber lediglich 0,05 Gramm.

Aus Sicht des Klimas eher nicht zu empfehlen: Der Warentransport mit dem Lastwagen

Lastwagen transportieren zehnmal mehr Waren als Güterzüge

So sinnvoll eine Verlagerung von Transporten auf die Schiene aber auch wäre, in der Realität ist davon nur wenig zu sehen. Im Gegenteil: Im letzten Jahr nahm der Warentransport per LKW um 2,5 Prozent zu. Die alternativen Transportmöglichkeiten mussten hingegen einen Rückgang hinnehmen: Die Transporte per Zug nahmen um einen Prozent ab, die per Schiff sogar um 1,8 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt, sieht die Situation auch nicht besser aus: Per Lastwagen wurden insgesamt 3,1 Milliarden Tonnen transportiert. Die Warenmenge in den Güterzügen betrug hingegen lediglich 363,5 Millionen Tonnen – also in etwa ein Zehntel. Hinzu kamen 221 Millionen Tonnen, die per Schiff transportiert wurden.

Auch politische Entscheidungen sind für die Entwicklung verantwortlich

Dass der Transport per Lastwagen im letzten Jahr an Attraktivität gewonnen hat, lag zum einen am niedrigen Ölpreis. Dieser sorgte dafür, dass die Preise für Treibstoff um acht Prozent niedriger lagen als ein Jahr zuvor. Allerdings ist auch die Politik an der Situation nicht unschuldig. Denn die Tarife der LKW-Maut wurden in den letzten Jahren mehrmals gesenkt. Hintergrund ist, dass die Einnahmen vor allem für die Finanzierung der Straßeninfrastruktur genutzt werden sollen. Dort kam es aber aufgrund der weltweit niedrigen Zinsen zu erheblichen Einsparungen, die dann an die Mautzahler weiter gegeben wurden. Auf der anderen Seite sind die Trassengebühren für Züge in den letzten Jahren aber sogar gestiegen – Warentransporte per LKW wurden daher attraktiver.