Das menschliche Auge ist ein sensibles Konstrukt. Verletzungen müssen daher mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Ansonsten droht der Verlust des Augenlichts. Im Vorfeld einer erfolgreichen Behandlung steht aber immer eine korrekte Diagnose. In modernen Krankenhäusern gibt es dafür inzwischen eine Vielzahl an Untersuchungsmöglichkeiten. Anders ist dies bei Kriegseinsätzen, Katastrophenfällen oder in Entwicklungsländern. Dort bereiten insbesondere Verletzungen des Augeninneren Probleme, weil diese nicht sofort zu erkennen sind. Forscher der University of Illinois haben dafür nun ein kleines Analysegerät namens OcuCheck entwickelt. Mit dessen Hilfe lassen sich von der Tränenflüssigkeit Rückschlüsse auf den Zustand des Auges ziehen.


Photo by L. Brian Stauffer  / University of Illinois
Photo by L. Brian Stauffer / University of Illinois

Austretende Flüssigkeit lässt sich in den Tränen nachweisen

Das Testverfahren macht sich dabei eine Besonderheit des menschlichen Auges zunutze. Die Tränenflüssigkeit enthält nämlich normalerweise nur eine vergleichsweise geringe Konzentration an Vitamin C, während diese im inneren des Auges deutlich höher ist. Kommt es nun zu einer Schädigung des Augeninneren, tritt von dort ein Teil der Flüssigkeit aus. Dadurch wiederum erhöht sich auch die Konzentration von Vitamin C in der Tränenflüssigkeit. Der OcuChek ist dann nicht nur in der Lage eine Verletzung zu diagnostizieren, sondern kann anhand der Höhe der Konzentration auch Auskunft über deren Schwere geben. Auf diesen Informationen aufbauend, können die Ärzte dann weitere Maßnahmen einleiten.

Spin-Off übernimmt die kommerzielle Vermarktung

Bisher wurde das neue Testgerät an 16 Patienten getestet, die sich ohnehin einer Augenoperation unterziehen mussten. Die Ergebnisse waren dabei jeweils von erstaunlicher Genauigkeit. Weitere Tests sollen nun zeigen, dass sich dies auch bei akut verletzten Patienten wiederholen lässt. Die beteiligten Forscher jedenfalls haben bereits das Unternehmen InnSight Technology gegründet, das sich um die Vermarktung des neuen Tränenanalysegeräts kümmern soll. Zunächst wird dabei die Aufgabe darin bestehen, die Technik so in ein Produkt zu integrieren, dass sie problemlos transportiert und angewendet werden kann.


Via: University of Illinois

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