3D-Drucker gewinnen immer mehr an Bedeutung. Egal ob sie Gegenstände aus Metall oder ganze Häuser aus Stroh und Erde drucken, es finden sich immer neue Einsatzgebiete für die Drucker. Bald vielleicht auch die Küche. Ein Team rund um Hod Lipson von der Columbia University in New York hat einen 3D-Drucker entwickelt, der aus bestimmten Grundzutaten beliebiges Essen „drucken“ kann.


Bild: Timothy Lee Photographers
Bild: Timothy Lee Photographers

Essen aus dem 3D-Drucker

Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von 3D-Druckern haben die Geräte in vielen Branchen zum Gesprächsthema gemacht. Mit ihnen lassen sich maßgeschneiderte 3D-Objekte wie etwa Bauteile oder Werkzeuge herstellen. 3D-Druckverfahren kommen beispielsweise auch bei der Herstellung von medizinischen Implantaten zum Einsatz – und auch Organe aus dem 3D-Drucker sollen in Zukunft möglich sein.

Das Team von der Columbia University verfolgt einen anderen Ansatz: Ihr Drucker soll in Zukunft zur Standard-Ausstattung in der Küche gehören und dort Lebensmittel und ganze Gerichte produzieren können. Bisher handelt es sich bei dem Drucker um einen Prototyp im Rahmen eines Designprojekts. Als „Baumaterialien“ kommen verschiedene Grundzutaten zum Einsatz, die im gefrorenen Zustand in acht Fächer gefüllt werden. Eine eigens entwickelte Software versorgt den Drucker dann mit den für die Herstellung des gewünschten Produkts erforderlichen Daten. Unter anderem ist der Drucker in der Lage, Frischkäse zu produzieren.


Auch aufwändige Gerichte sind möglich

Richtig interessant wird es aber erst, wenn man den Drucker aufwändigere Gerichte herstellen lässt. Um ihre Erfindung ein wenig zu fordern, holte sich das Team den Leiter der amerikanischen Kochschule International Culinary Center, Hervé Malivert, ins Boot. Dieser sollte mit ein paar Köchen herausfinden, was mit dem Drucker möglich ist.

Es war spannend, Gerichte mithilfe der Software zu entwerfen, zu sehen was passiert und spannende Geometrien zu erschaffen„, zeigte sich Hervé von dem Konzept beeindruckt. So sei es beispielsweise sehr bequem möglich gewesen, auch aufwändigere Desserts herzustellen, die sonst in mühevoller Handarbeit zubereitet werden müssen.

Der Drucker soll auch warme Gerichte lernen

Ganz ausgereift ist das Gerät allerdings noch nicht. So kann der Drucker bisher nur kalte Gerichte herstellen. Bis Ende des Jahres soll isch das aber ändern: Mit einem Heizelement im Arm des Druckers soll dieser dann auch garen können. Und zwar auch mit verschiedenen Temperaturen und Garzeiten für die unterschiedlichen Zutaten. Außerdem möchte das Team die Geschwindigkeit des Geräts verbessern.

Bisher ist Essen aus dem 3D-Drucker eher etwas für die Gourmetküche. Lipson möchte mit seinem Drucker aber auch andere Bereiche erschließen . So wäre durchaus ein Einsatz in den Kantinen von Altenheimen oder Krankenhäusern möglich. Auf diese weise ließen sich erhebliche Kosten sparen.

Vorerst möchte das Team den Drucker weiter verbessern, um dann über eine Vermarktung und Einsatzmöglichkeiten nachzudenken.

via Columbia University

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1 Kommentar

  1. Fattyman

    3. August 2016 at 12:41

    Ich würde erst mal eine Spezialisierung auf folgende „druck“-bare Lebensmittel durchführen: Pasta – Spaghetti, Tortelini, Fusili und jetzt Freeform-Pasta! Zuerst die Pasta-Figur drucken, dann trocknen und anschließend in einem Wasserbad erhitzen. Bringt natürlich etwas, wenn man den Fakt der Ausdehnung der Pasta durch die Zuführung von Wasser berücksichtigt. Als weiteres Lebensmittel sehe ich Freeform-Sushi. Sushikunstwerke, die Korn für Korn erstellt werden.

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