Autonom fahrende Autos sind auf mehrere Sensoren angewiesen. Die Kamera liefert messen die Distanz zu Hindernissen wie anderen Fahrzeuge, Fußgängern, Laternenpfählen und Boshaft im Pflanzenwuchs versteckten Steinen, die falsches Parken verhindern sollen. Sodann braucht der Bordcomputer, um unfallfrei navigieren zu können, noch die Geschwindigkeiten und Richtungen der anderen Verkehrsteilnehmer. Diese Fülle an Daten muss im Idealfall in Echtzeit verarbeitet und richtige Schlüsse daraus gezogen werden.


Die Kamera könnte in autonomen Fahrsystemen wie beispielsweise dem Shuttle Harry zum Einsatz kommen.

Blick durchs Fenster statt durchs Guckloch

Forscher an der Stanford University in Kalifornien haben gemeinsam mit Kollegen der University of California, Standort San Diego, eine Kamera entwickelt, die alle Daten in einem Aufwasch erfasst – sie nimmt gewissermaßen vierdimensionale Bilder auf. Es handelt sich um eine Lichtfeldkamera, zudem um eine mit einem extra großen Blickwinkel von 140 Grad. „Ein 2D-Bild ist wie der Blick durch ein enges Guckloch“, sagt der Elektroingenieur Donald Dansereau, der zum Entwicklerteam gehört. „Du kannst deinen Kopf nicht bewegen, um mehr Informationen zu bekommen.“ Anders der Blick durch ein Fenster. „Da kann man sich bewegen und besondere Eigenschaften der Objekte wie deren Form erkennen.“

Konglomerat aus Algorithmen und Optik

Die Forscher gingen davon aus, dass Roboter im Allgemeinen und autonom fahrende Autos mehr Informationen benötigen als 2D-Bilder, um selbstständig angemessene Entscheidungen treffen zu können. Die neue Kamera sei ein Konglomerat aus mathematischen Algorithmen und optischen Daten, so Gordon Wetzstein, Assistenzprofessor der Elektrotechnik.


Noch ist die Kamera reichlich sperrig. Da sie jedoch nur eine einzige Linse benötigt – eine Innovation im Bereich Lichtfeldkameras –, bestehen gute Chance, sie drastisch zu verkleinern, sodass sie mühelos selbst in kleineren Robotern und natürlich in Fahrzeugen Platz findet.

Die Lichtfeldkamera wurde bereits von rund 20 Jahren erfunden, ebenfalls an der Stanford University. Die Leistung der heutigen Entwicklerliegt darin, dass sie jetzt praktisch genutzt werden kann.

via Stanford University 

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