Gebärmutterhalskrebs ist die vierthäufigste Krebsart, an der Frauen erkranken. In Entwicklungsländern ist Gebärmutterhalskrebs sogar unter Frauen der tödlichste Krebs, gemessen an den absoluten Todesfällen. Australische Forscher des Royal Women’s Hospital in Melbourne sowie des Victorian Cytology Service haben nun nachgewiesen, dass ein neuer Impfstoff neun von zehn Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindern könnte.

Spritze mit zwei Tropfen
Foto: Syringe With 2 Drops, ZaldyImg, Flickr, CC BY-SA 2.0

Fünf weitere gefährliche HPV-Typen identifiziert

Eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ist eine notwendige Bedingung, damit eine Frau Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann. Es gibt mehr als 200 Typen dieser Viren, aber etwa 75 Prozent der Gebärmutterhalskrebserkrankungen werden entweder von HPV 16 oder von HPV 18 ausgelöst. Aktuelle HPV-Impfungen schützen Frauen vor diesen zwei Typen der Papillomviren.

In der Studie untersuchten die Forscher 847 Proben von Gebärmutterhalskrebs bei australischen Frauen. Sie wollten untersuchen, welcher HPV-Typ für die Erkrankung verantwortlich ist. Dabei fanden sie heraus, was zu erwarten war: 77 Prozent der Proben zeigten HPV 16 oder 18. Weitere 16 Prozent jedoch zeigten fünf andere HPV-Typen (31, 33, 45, 52 und 58).

Neue Impfung ist in Deutschland bereits erhältlich

Die Forscher empfahlen daraufhin den Einsatz eines Impfstoffes namens Gardasil 9. Dieser ist relativ neu und schützt vor insgesamt 9 verschiedenen HPV-Typen, darunter natürlich 16 und 18 sowie die fünf Typen, die die Forscher in ihrer Studie identifizierten.

In Deutschland sind Gardasil-9-Impfungen bereits seit letztem Jahr erhältlich und auch in den Empfehlungen der Ständigen Impfkomission enthalten. Die Impfungen werden von der Krankenkasse erstattet. Dennoch ist die Impfquote noch relativ niedrig, obwohl Gardasil 9 einen breiteren Schutz bietet als die bisher üblichen Impfstoffe Cervarix, Gardasil und Silgard.

„The new vaccine still protects against genital warts but is expanded to cover the seven most common viral types that cause cervical cancer. I do believe that if we continue with this high coverage of vaccination, we could almost wipe out cervical cancer in women“, so Professor Suzanne Garland, die Hauptautorin der australischen Studie.

Frauen, die bei ihrem Frauenarzt eine HPV-Impfung erhalten, sollten diesen aufgrund des breiteren Schutzes und der Übernahme durch die Krankenkasse nach Gardasil 9 fragen – statistisch gesehen schützt die Impfung bis zu 16 Prozent besser als die bisher verwendeten Impfstoffe.

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