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Neue Kombitherapie gegen Metastasierung geglückt

Einer aktuellen Studie des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg zufolge, konnte eine neue Kombitherapie die Metastasenbildung bei Mäusen reduzieren und somit ein längeres Überleben sichern. Dabei kombinierten die Forscher einen Antikörper gegen ein zentrales Steuerprotein der Blutgefäßzellen mit einer niedrigdosierten Chemotherapie.

Krebs Metastasen im Thorax

Hellerhoff CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Neue Therapie gegen Metastasen ließ Mäuse länger leben

Die Kombitherapie wirkt gleich mehrfach gegen die Ansiedlung neuer Tochtergeschwülste. Zum einen wird verhindert, dass die neu entstehenden Metastasen von Blutgefäßen versorgt werden und zum anderen wird die Anzahl bestimmter Immunzellen reduziert, die wiederum die Ansiedlung von Krebszellen begünstigen. Eine Schlüsselfunktion übernehmen dabei die Wandzellen der Blutgefäße, welche bei bisherigen Untersuchungen keine große Rolle zugeschrieben bekamen. Tumorzellen veranlassen schließlich die Blutgefäße zur Bildung neuer Kapillare. Diese versorgen den Tumor dann mit Nährstoffen und fördern damit das Wachstum. Die Wissenschaft nennt diesen Prozess „Angiogenese“.

Dem hinzuzufügen ist darüber hinaus, dass auch die Wandzellen der Blutgefäße (Endothelzellen) selbst Faktoren bilden, die das Tumorwachstum begünstigen. Somit haben die Forscher nach Lösungen gesucht, die nicht nur die Gefäßbildung innerhalb der Tumore aufhalten, sondern auch die Ausbildung der Wachstumsfaktoren hemmen. Eine wichtige Funktion bei der Angiogenese übernimmt das Molekül Angiopoietin-2. Dieses wird schließlich von den Endothelzellen gebildet und gelang daher in das Visier der Wissenschaftler. In Kombination mit einer leichten Chemotherapie (metronome Chemotherapie) und der Behandlung mit einem Angiopoietin-2 blockierenden Antikörper konnten zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. Die Wissenschaftler halten jedoch fest, dass lediglich die Kombitherapie der Schlüssel zu dem Erfolg ist. Die Mäuse, die nur die Antikörper verabreicht bekamen lebten nicht länger.

Haben Krebspatienten die Entfernung eines bösartigen Tumors überstanden, folgt in der Regel eine Chemotherapie um etwaige Metastasen zu bekämpfen. Aufgrund der Tatsache, dass die Zellen nicht nachweisbar sind und Patienten nicht genau mitgeteilt werden kann, ob der Tumor bereits gestreut hat oder nicht, raten Ärzte prinzipiell zu der belastenden Behandlung. „Das ist ein großes Dilemma für viele Krebspatienten: Sollen sie sich für eine hochdosierte Chemotherapie mit allen schweren Nebenwirkungen entscheiden oder stattdessen ein höheres Risiko für Metastasen in Kauf nehmen?“, betont Professor Hellmut Augustin vom DKFZ.

Experten suchen nach schonenderen Therapien für Patienten

Die Wissenschaftler begeben sich daher auf die Suche nach Therapien die weitaus schonender sind und die Entstehung von Metastasen im besten Fall gänzlich verhindern. Mit der neuen Kombitherapie sind die Experten auf einem guten Weg. Durch die Hemmung von Angiopoietin-2 kann nachweislich die Einwanderung von krebsfördernden Immunzellen in die Tumorumgebung verhindert werden.

„Mit unserer Kombinationstherapie gehen wir also von mehreren Seiten gleichzeitig gegen die Ansiedlung von Metastasen vor: Zum einen drosseln wir ihre Gefäßversorgung. Zum anderen verhindern wir, dass sich tumorfördernde Makrophagen ansiedeln, die eine entzündliche Umgebung schaffen und damit gewissermaßen den Boden für eine dauerhafte Ansiedlung der Krebszellen bereiten“, so Augustin weiter. „Wir können natürlich nicht voraussagen, ob sich die Ergebnisse dieser präklinischen Untersuchungen eins zu eins auf den Menschen übertragen lassen, aber wir haben bei unseren Experimenten viel darüber gelernt, wie Metastasen entstehen. Das Wissen wollen wir nun gezielt in eine klinische Anwendung übersetzen.“

Bei den behandelten Mäusen wurden zuvor aus übertragenen Lungen- und Brustkrebszellen herangezüchtete Tumore in einem frühen Stadium operativ entfernt. Für die Vorbeugung von Metastasen wurden anschließend verschiedene Arten von Chemotherapien durchgeführt. Einige Mäuse haben zusätzlich den blockierenden Antikörper gegen Angiopoietin-2 erhalten. Diese Versuchsgruppe entwickelte wesentlich weniger Metastasen in den Lungen und Knochen, als die unbehandelten Tiere. Das DKFZ informierte in einer aktuellen Mitteilung über die neuen Therapieerfolge.

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