Neue Kriegsführung: Auch die Nato setzt zukünftig auf Cyberwaffen!

Der Begriff Cyberwaffe klingt immer etwas futuristisch. Faktisch handelt es sich aber lediglich um die Fähigkeit in fremde Computersysteme einzudringen oder diese zumindest lahm zu legen. Außerhalb der militärischen Welt würde man wohl von Hackern sprechen. Die Einsatzmöglichkeiten einer solchen Truppe sind vielfältig. So kann sie bei Auslandseinsätzen – wie etwa dem in Afghanistan – die Kommunikationswege der Gegner stören – und so die Sicherheit der eigenen Soldaten erhöhen.

Es geht aber natürlich auch deutlich offensiver: So lässt sich im Idealfall beispielsweise die Stromversorgung von Militäranlagen unterbrechen. Auch Propagandaseiten des Gegners werden regelmäßig ins Visier genommen und ausgeschaltet. Zukünftig will nun auch die Verteidigungsallianz NATO auf die sogenannten Cyberwaffen setzen.

Die Bundeswehr verfügt bereits über entsprechende Spezialkräfte

Darauf einigten sich die Verteidigungsminister der Mitgliedsstaaten. Allerdings will das Bündnis selbst keine entsprechenden Fähigkeiten aufbauen. Vielmehr sollen die einzelnen Staaten bei Bedarf entsprechende Einheiten zur Verfügung stellen. Die Bundeswehr etwa betreibt in der Nähe von Bonn ein eigenes Zentrum für Cyberangriffe. Dieser Bereich gewinnt auch hierzulande beständig an Bedeutung: Bis zum Jahr 2021 soll die Abteilung noch einmal deutlich vergrößert werden. Die NATO wiederum wird zukünftig bei der Planung von potentiellen Einsätzen immer auch die Nutzung von Cyberwaffen mit erwägen. Als Vorbild können dabei die USA dienen. Den Spezialisten dort ist es etwa gelungen, die Computersysteme des nordkoreanischen Geheimdienstes vorübergehend lahm zu legen.

Auch der Truppentransport innerhalb Europas soll verbessert werden

Die Verteidigungsminister der NATO-Staaten haben aber nicht nur über Cyberwaffen beraten, sondern sehen die Allianz auch in einem anderen Punkt nicht optimal aufgestellt: Der Truppentransport innerhalb Europas würde im Notfall deutlich zu lange dauern. Eine glaubwürdige Abschreckung ist aber natürlich nur gegeben, wenn auch sichergestellt werden kann, dass bei einem gegnerischen Angriff ausreichend eigene Soldaten an den Ort des Geschehens gebracht werden können. Die zuständigen Minister sollen daher in den nächsten Tagen Vorschläge zur Verbesserung der Situation erarbeiten. Klar ist dabei: Auch zivile Einrichtungen wie Autobahnen, Schienennetze und Flughäfen sind davon betroffen. Sie müssen militärischen Standards entsprechen, um gefahrlos genutzt werden zu können.

Via: ZDF