Wissenschaftler der National University of Singapore (NUS) haben neue Socken entwickelt, die Bewegungen von Korallententakeln nachempfinden und somit dazu beitragen gefährliche Venenthrombosen, vorrangig die tiefen Venenthrombosen (TVT), zu bekämpfen. Phlebothrombose, die vorrangig eine Thrombose der tiefen Beinvenen darstellt, ist mit einer der häufigsten Formen von Blutgerinnseln innerhalb der Blutgefäße. Bilden sich Verklumpungen im Blut, kann weniger Sauerstoff in wichtige Körperregionen transportiert werden. Hindernisse des Blutstroms können im schlimmsten Fall zu einer Lungenembolie führen.


Roboter Socken
Roboter Socken entwickelt an der Universität „National University of Singapore“

Von Korallen-Tentakeln inspiriert

Menschen, die aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit im Bett liegen müssen und somit kaum die Beine bewegen können, sind besonders Thrombose gefährdet. Um die Blutzirkulation im menschlichen Körper jedoch auch in ruhigeren Phasen in Schwung zu halten, haben Forscher spezielle „Roboter-Socken“ entwickelt. Es handelt sich hierbei keinesfalls um gewöhnliche Thrombose-Socken. Die neue Technologie nutzt die Muskeln um die Fußknochen herum, die in der Lage sind, bei Aktivität, Blut durch die Beinvenen zurück in das Herz zu pumpen. Mit Hilfe der neuen Socken sollen tiefe Beinvenenthrombosen in Zukunft noch besser vorgebeugt werden.

Roboter Socken


Das Forscher-Team konnte im Rahmen der Entwicklungen Parallelen zwischen dem Bewegungsablauf der im Fußknochen verankerten Muskulatur und den Tentakeln von Korallen feststellen. Über die Tentakeln transportieren die Korallen über Stoß- und Zugbewegungen Nahrung. Die in den Robotersocken verbauten Aktoren wurden entsprechend den Bewegungen der Korallententakeln und mit der Hilfe eines pneumatischen Luftpump-Kontroll-Systems nachempfunden und regen somit den Blutfluss in den Venen an. Aktuell befinden sich die Socken bereits bei ausgewählten Patienten, die bettlägerig sind in Anwendung. Für die Zukunft sind weiterführende Therapie-Einsätze geplant.

Innerhalb der nächsten sechs Monate möchte das Entwicklerteam weitere Kliniken mit den Socken versorgen. Zudem wird ein kommerzieller Einsatz angestrebt.

Quelle: NUS

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