Die Produktion von Zement gehört zu den weniger bekannten Quellen von C02-Emissionen. Mit rund zwei Milliarden Tonnen freigesetztem CO2 pro Jahr, ist die Zementproduktion aber immerhin für sechs Prozent der jährlichen Emissionen verantwortlich. Weniger Zement zu verbrauchen, erscheint allerdings nicht realistisch. Immerhin haben die großen Schwellenländer wie Indien und China noch großen Nachholbedarf in Sachen Infrastruktur und sorgen so für eine konstant hohe Nachfrage. Ein Forscher der University of California hat nun allerdings eine Technik entwickelt, die für eine CO2-neutrale Produktion von Zement sorgen könnte. Großflächig eingesetzt, könnte das neue Produktionsverfahren für enorme CO2-Einsparungen sorgen.


Die Ortseinfahrt von Höver mit dem Zementwerk von Holcim
Zementwerk der Firma Holcim in Höver. By Benutzer:AxelHH (Self-photographed) [Public domain], via Wikimedia Commons

Ein Kreislauf hält das CO2 im System

Ein wichtiger Rohstoff bei der Produktion von Zement ist Kalk. Das Problem dabei ist, dass Kalk auch jede Menge Kohlenstoffdioxid bindet. Dieses wird aber während des Herstellungsprozesses freigesetzt und sorgt für die miese Klimabilanz des Baustoffes. Bei der von Gaurav Sant entwickelten neuen Produktionsmethode wird das freigesetzte CO2 allerdings aufgefangen und mit Calciumhydroxid versetzt. Dadurch entsteht dann wiederum Kalk, der für einen neuen Produktionszyklus genutzt werden kann. Im Endeffekt wird also ein Kreislauf etabliert, aus dem kein klimaschädliches Gas in die Atmosphäre entweicht. Der Prozess ähnelt dabei zudem der Art und Weise wie Kalkstein auch in der Natur entsteht.

Regierungen haben sich zu CO2-Einsparungen verpflichtet

Bisher allerdings konnte Sant das neue Produktionsverfahren nur in seinem Labor testen, so dass logischerweise nur vergleichsweise kleine Mengen an Zement produziert wurden. Nun aber, da das Verfahren nachweisbar funktioniert, geht der Wissenschaftler davon aus, dass es auch bald schon in größeren Anlagen zum Einsatz kommt. Die Zementindustrie dürfte daran jedenfalls großes Interesse haben. Denn die Regierungen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union haben sich zu CO2-Einsparungen verpflichtet und dürften daher zukünftig auch die CO2-Emissionen Zementindustrie ins Visier nehmen.


Via: Phys.org

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