Vollständig gelähmte Menschen fühlen sich gefangen in ihrem Körper, manchmal gelingt ihnen nicht einmal die Verständigung per Augenblinzeln. Wissenschaftler der Loughborough University in Großbritannien haben für sie ein Kommunikationssystem entwickelt, das Atemmuster in Wörter übersetzt.


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Wissenschaftler der Loughborough University testen das AAC / Foto: Loughborough University

Kommunikation für Bewegungsunfähige

Bei einige Gelähmten bleibt als einzige willentlich steuerbare Körperbewegung die Atmung, sogar die Augen unterliegen nicht mehr ihrer Kontrolle. Diesen Menschen war bislang jede Möglichkeit genommen, sich ihrer Außenwelt mitzuteilen, obwohl sie weiterhin geistig klar sind. Ein Zustand, der unbedingt beendet werden muss, dachte sich Dr. David Kerr und sein Team und erfand ein Gerät namens AAC, das aus Atemcodes Wörter erzeugt. Es besteht aus einer Maske für Mund und Nase, die mit einem Computer verbunden wird.

Das AAC im Video


Software und Synthesizer bilden Wörter aus Atemcodes

Wenn der Patient in einem bestimmten Rhyhtmus in das Gerät atmet, erkennt die Software bestimmte Wörter oder Sätze. Der Anwender lernt das Gerät auf seine eigene Atemsprache an, das heißt, er bestimmt selbst, welches Wort mit welchem Atemmuster verknüpft wird. So lässt sich der zu Verfügung stehende Wortschatz immer mehr erweitern. Das AAC verwendet einen Sprachsynthesizer, der im Test mit 97,5-prozentiger Genauigkeit Wörter aus vorher erlernten Atemmustern wiedererkannte. Das System ist auch für Patienten mit fortgeschrittener Muskelschwäche und schweren Sprachstörungen geeignet.

Sogar eine frühe Diagnose für das gefürchtete Locked-in-Syndrom kann mit Hilfe des AAC durchführbar sein: Mit dem Atemgerät findet das Pflegepersonal schnell heraus, welche bewegungsfähigen Patienten tatsächlich wach sind und verzweifelt darauf warten, endlich wieder kommunizieren zu können.

Quelle: gizmag.com

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