In den letzten Jahren hat sich die Schulmedizin vermehrt einem uralten Thema gewidmet: dem Heilfasten. Bislang eher in die esoterische Ecke gedrängt, steht die heilsame Wirkung der reduzierten Nahrungsaufnahme zunehmend auf soliden wissenschaftlichen Füßen. Besonders interessant: Die Körperzellen übernehmen beim Fasten das »Müllrecycling«.


Heilfasten setzt einen Selbstreinigungsprozess des Körpers in Gang

Bei Energiemangel beginnen die Körperzellen mit »Müllrecycling«

Schon Hippokrates empfahl, besser zu fasten als Medikamente zu nehmen – und seit vielen Generationen preisen Menschen die »entschlackende Wirkung« der Hungerkur. Beim klassischen Fasten kommen pro Tag nicht mehr als 400 Kalorien auf den Tisch, und das ausschließlich in Form von Flüssigkeiten wie Tee, Brühe oder Saft. Die subjektive Wirkung ist kaum umstritten, allzu vielen Patienten geht es spätestens am dritten Fastentag deutlich besser. Die moderne Fastenforschung stellte in den letzten paar Jahren fest, dass auch objektive Fakten dafür sprechen, das Heilfasten gezielt als therapeutisches Instrument zu nutzen. Im Körper geschehen nämlich ebenso faszinierende wie nützliche Dinge, sobald es an der Energiezufuhr mangelt: Die Zellen beginnen dann, sämtlichen »Mikroschrott« um sich herum zu verdauen und daraus neue Energie zu gewinnen. Und von diesem Müll sammelt sich im Laufe der Jahre ziemlich vieles an: Fehlgefaltete Proteine, die eine Neurodegeneration auslösen können, reihen sich an defekte Mitochondrien, die unter Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Auch schädliche Bakterien und Viren können diesem interzellularen Recyclingsystem zum Opfer fallen, was ganz sicher niemandem leidtut.

»Entschlackung« findet auf der Zellebene statt

Die vielgepriesene »Entschlackung« gibt es also wirklich, nur nicht im grobstofflichen Bereich, sondern ganz im Kleinen, auf der Zellebene. Viele Enzyme und Gene feuern dieses praktische Müllrecyclingsystem noch an, Entzündungen gehen zurück, der Blutzucker- und -fettspiegel wird reguliert, der Blutdruck beruhigt sich. Gerade bei Blutdruckpatienten ist die positive Wirkung des klassischen Fastens erwiesen, aber auch sogenanntes intermittierendes Fasten beruhigt den Kreislauf. Die letztgenannte Fastenmethode kann sogar für Patienten mit Untergewicht heilsam sein, da nicht dauerhaft auf Nahrung verzichtet wird, sondern nur für einen gewissen Prozentsatz des Tages. In den restlichen Stunden muss in diesem Fall natürlich ein kalorischer Ausgleich geschehen!


Heilfasten nur unter fachkundiger Anleitung

Grundsätzlich gilt: Wer Heilfasten möchte, lässt sich am besten dabei von einem Spezialisten begleiten, um wirklich alles richtig zu machen. Verschiedene Krankheiten wie Diabetes II, Krebs, Rheuma und Migräne verlangen jedenfalls nach unterschiedlichen Therapieansätzen und ganz gewiss auch nach einer gewissen Vorsicht. Weiterhin gibt es mittlerweile zahlreiche neue Formen des Fastens, vom Gemüsefasten bis zum Schleimfasten, über die ihr euch bei Bedarf informieren könnt. Eine Essenspause von mindestens zwölf Stunden pro Tag kann durchaus ein guter Anfang sein, dabei sollte regelmäßig entweder das Frühstück oder Abendessen wegfallen. Ab einem gewissen Punkt hört sogar der lästige Hunger auf!

Quelle: br.de

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