Forscher der amerikanischen Duke University haben einen neuen Bluttest entwickelt, der Ärzten in Zukunft dabei helfen soll schneller feststellen zu können, ob Patienten unter einer Virus- oder einer Bakterien-Erkrankung leiden. Das soll in zeitnah vor allem die sinnlose Antibiotika-Einnahme bei einer Virus-Erkrankung verhindern und die Bildung gefährlicher Resistenzen ein wenig eindämmen oder wenigstens verzögern.


Bakterien im Urin
Antibiotika resistente Bakterien Bild: Mkaercher CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Neuer Bluttest zeigt ob eine bakterielle oder virale Infektion vorliegt

Chris Woods und sein Forscherteam haben das Blutbild von 273 Menschen untersucht, die mit einer Atemwegsinfektion-Diagnose in ein Krankenhaus eingeliefert wurden und dabei ein neues Verfahren angewendet um den Ursprung der Symptome in Erfahrung zu bringen. Um eine genauere Identifizierung durchführen zu können, hat das Forscherteam eine Gruppe von Genen ausfindig gemacht, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent bestimmen können, ob bei einer Atemwegsinfektion eine bakterielle oder virale Erkrankung vorliegt. Das ist darauf zurück zuführen, dass die DNA-Informationen von Genen sich verändern, je nach dem ob das körpereigene Immunsystem Bakterien oder Viren bekämpft. Diese Eigenschaft macht sich das neue Verfahren im Hinblick auf einen recht treffsicheren Bluttest zu Nutze.

Ergebnis nach einer Stunde

Nach diesem ersten Erfolg, arbeiten die Forscher nun daran, den Test so anzupassen, dass die Laboranalyse nur noch eine Stunde dauert. In Zukunft könnte das Verfahren soweit vereinfacht werden, dass die Diagnose beim Hausarzt recht flott von der Hand geht. Das Ziel ist dabei, dass in Zukunft nur noch Patienten mit Antibiotika behandelt werden, die an einer Bakterien-Infektion erkrankt sind. Vor allem in der Winterzeit wird viel zu oft Antibiotika verschrieben, obwohl in vielen Fälle gar keine Notwendigkeit besteht. Das hat zur Folge, dass sich immer mehr Antibiotika-Resistenzen bilden. So können beispielsweise Geschlechtskrankheiten wie Tripper, die einst als nahezu eingedämmt und leicht behandelbar galten, wieder zu einer echten Gefahr avancieren.


Die Ergebnisse der aktuellen Studie haben die Forscher in der Fachzeitschrift „Magazin Science Transitional Medicine“ veröffentlicht.

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