Neuer Rekord: Indien bringt mit einer Rakete mehr als 100 Satelliten ins All

Indien ist bereits seit den 1960er Jahren in der Weltraumforschung aktiv. International für Aufsehen sorgte die indische Raumfahrtbehörde IRSO im September 2014 als ein indischer Marsroboter den roten Planeten erreichte. Dies war in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen war Indien damit die erste Nation, deren Marsmission gleich beim ersten Versuch erfolgreich war. Zum anderen kostete das gesamte Projekt lediglich 73 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Die NASA gab für ihre unbemannte Marsmission stolze 671 Millionen Dollar aus. Inzwischen kooperieren die Behörden aus den USA und Indien sogar bei der Erkundung des Mars. Nun hat die IRSO ein weiteres Rekordprojekt erfolgreich abgeschlossen: Das in Indien entwickelte „Polar Satellite Launch Vehicle“ brachte insgesamt 104 Satelliten auf einmal ins Weltall.

Credit: ISRO

Die Satelliten stammten aus aller Welt

Darunter befanden sich ein 714 Kilogramm schwerer Cartosat-2 Satellit, der zukünftig zur Erdbeobachtung eingesetzt wird. Außerdem waren noch 103 weitere Nanosatelliten mit einem Gesamtgewicht von 664 Kilogramm an Bord. Die weltweite Anerkennung, die die indischen Raumfahrtprogramme inzwischen genießen, wurde dabei durch die Herkunft der Nanosatelliten deutlich: Diese stammten aus Israel, Kasachstan, den Niederlanden, der Schweiz, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Vereinigten Staaten. Die Auftraggeber dürften ihre Entscheidung nicht bereut haben. Denn der Transport ins Weltall verlief vollkommen problemlos. Der Rekordtransport ist dabei auch als Marketingmaßnahme gedacht gewesen, um das kostengünstige indische Raumfahrtprogramm zu bewerben und weitere internationale Kunden anzulocken.

Indien setzt zukünftig auf wiederverwertbare Raketen

Der bisherige Rekord an mit einer Rakete ins Weltall gebrachten Satelliten wurde im Juni 2014 von der russischen Raumfahrtagentur aufgestellt: Damals befanden sich allerdings nur 39 Satelliten an Bord der Transportrakete. Langfristig setzt Indien zudem auf Nachhaltigkeit im Bereich der Weltraumtransporte. So testete das Land im Mai letzten Jahres erfolgreich eine wiederverwertbare Transportrakete. Die Besonderheit dabei: Die Technik wurde weitgehend auf dem indischen Subkontinent entwickelt und produziert. Theoretisch lassen sich die Kosten für den Flug durch wiederverwertbare Raketen auf ein Zehntel reduzieren. Anders als beispielsweise das private US-Unternehmen SpaceX möchte Indien aber zunächst keine Astronauten damit ins All befördern.

Via: Newatlas