Das heimtückische an Hepatitis C ist, dass die Krankheit lange Zeit keine schweren Symptome aufweist. Oft wird sie dann erst entdeckt, wenn es schon zu erheblichen Schädigungen der Leber gekommen ist. Dies hängt auch damit zusammen, dass das heute übliche Testverfahren vergleichsweise aufwendig und teuer ist. So muss eine Blutprobe entnommen werden, die dann in einem zweistufigen Verfahren analysiert wird. Alleine die zweite Analysestufe kostet dabei in den Vereinigten Staaten mehr als 200 Dollar. Forscher der „University of California, Irvine“ haben daher nun einen einstufigen Urintest entwickelt, der ebenfalls sichere Resultate liefert.


Die weltweite Verbreitung von Hepatitis C im Jahr 1999. Bild: By PhilippN [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons
Die weltweite Verbreitung von Hepatitis C im Jahr 1999. Bild: By PhilippN [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Urinproben lassen sich einfacher lagern und transportieren

„Eine praktischere, einfacher zu handhabende und kosteneffektivere Screening-Methode ist notwendig, weil Hepatitis C signifikant zu selten untersucht und diagnostiziert wird“, erklärt Dr. Ke-Qin Hu unter dessen Leitung das neue Testverfahren entwickelt wurde. Urin statt Blut zu analysieren bringt dabei eine Reihe von Vorteilen mit sich. So ist die Abgabe der Probe deutlich einfacher und auch Lagerung und Transport sind weniger aufwendig. Die Kostenersparnis entsteht dann, indem aus dem zweistufigen Verfahren ein einzelner Test wird. Bisher nämlich wird das Blut zunächst auf Hepatitis C Antikörper untersucht. Finden sich diese, muss in einem zweiten Schritt geschaut werden, ob diese aktiv sind oder von einer längst abgeheilten Erkrankung stammen.

Frühere Tests könnten die weitere Ausbreitung verhindern

Insbesondere dieser zweite Schritt ist bisher sehr kostenintensiv. Dieser ist beim Urintest aber nicht mehr notwendig. Dies macht Hoffnung, dass Hepatitis C Erkrankungen zukünftig früher erkannt und behandelt werden können. Dadurch würde es dann auch einfacher, neue Ansteckungen zu verhindern. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge gibt es weltweit zwischen 150 und 170 Millionen Patienten mit aktiver Hepatitis C Erkrankung. In Deutschland wiederum wird die Zahl der Erkrankungen auf 400.000 bis 500.000 geschätzt. Übertragen wird die Krankheit über das Blut.


Via: UC Irvine Health

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