Ein Schiff zu bauen, dass bei ruhiger See schwimmt, ist nicht die ganz große Kunst. Schwieriger wird es, wenn es bei extrem widrigen Bedingungen. Im besten Fall bleibt das Schiff auch über Wasser, wenn die Wellen toben und der Wind pfeift. Selbiges gilt beispielsweise auch für Offshore-Windräder. Das Problem allerdings: Man kann nicht bei jeder Neuentwicklung warten bis ein Jahrhundertsturm aufzieht, um diese dann unter realen Bedingungen zu testen. Für solche Fälle wurde daher in den Vereinigten Staaten nun ein Riesenwellenbad errichtet, das heftige Unwetter simulieren kann. Neu entwickelte Schiffe können dort getestet werden, bevor sie tatsächlich Passagiere an Bord nehmen.


Via: Popsci Copyright: The University of Maine
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Testverfahren im Maßstab von 1:50

Allerdings ist die Schwimmhalle auch nicht so groß, dass dort riesige Ozeandampfer ins Wasser gelassen werden können. Vielmehr ist das Konzept auf einen Maßstab von 1:50 ausgerichtet. Die Entwickler von Schiffen und Windrädern bauen also verkleinerte Prototypen, die dann bei heftigem Wellengang und Wind getestet werden. Die Tiefe des Beckens beträgt dabei im Maximalfall knapp fünf Meter. Die Anlage kann dann Wellen erzeugen, die bis zu 60 Zentimeter hoch sind. Dies klingt auf den ersten Blick nicht besonders viel, entspricht aber Wellen von rund 30 Metern Höhe auf offener See.

Auch Wellenkraftwerke können getestet werden

Die Nachfrage der Industrie ist jedenfalls bereits groß. Nach Angaben von Anthony Viselli, Manager der Anlage, ist dies weltweit die einzige Einrichtung, in der Prototypen unter echten Meeresbedingungen getestet werden können. Neben den Konstrukteuren von Schiffen und Offshore-Windrädern ist die Anlage aber auch interessant, um Wellenkraftwerke zu testen. Zuletzt hatte Apple Geld gespendet, um entsprechende Anlagen auf dem Meer zu testen. Es macht aber durchaus Sinn neue Ideen für Wellenkraftwerke zunächst in verkleinertem Maßstab im Wellenbad zu testen. So können Fehler noch vergleichsweise kostengünstig korrigiert werden, bevor das komplette Kraftwerk gebaut wird.


Via: Popsci

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