Als Neurofeedback wird eine besondere Trainingsform für das Gehirn bezeichnet. Vereinfacht ausgedrückt, werden dabei bestimmte Hirnaktivitäten mit visuellen oder akustischen Signalen verknüpft. Später ist es dann möglich, die Hirnaktivitäten gezielt mit Hilfe der Singnale zu regulieren. Auf diese Weise lassen sich theoretisch beispielsweise auch Emotionen steuern. Tatsächlich gab es dabei aber bisher ein Problem: Emotionen werden in einem Teil des Gehirns gesteuert, der als Amygdala bekannt ist. Dieser liegt allerdings so tief verborgen, dass sich die Aktivitäten dort bisher nur mit Hilfe einer sehr teuren funktionellen Magnetresonanztomographie messen ließen. Israelische Forscher haben nun aber eine deutlich kostengünstigere Alternative entwickelt, die dem Neurofeedback neue Möglichkeiten eröffnet.


Gehirn

Die unterschiedlichen Verfahren kommen zum selben Ergebnis

Dabei nutzen die Forscher der „University of Tel Aviv“ die Elektroenzephalografie (EEG). Mit Hilfe dieser können sie eine Art elektrischen Fingerabdruck der Amygdala-Aktivitäten erstellen – und damit wiederum Veränderungen leicht erkennen. „Der große Fortschritt dieser Technik ist es, dass man nun kostengünstige und verfügbare Bildgebungsmethoden wie das EEG nutzen kann, um tiefsitzende Gehirnströme abzubilden“, erläutert Talma Hendler, die als Senior Author für die Studie verantwortlich war. In einem Testverfahren nutzten die Wissenschaftle die funktionelle Magnetresonanztomographie und die Elektroenzephalografie parallel und konnten so nachweisen, dass die beiden unterschiedlichen Methoden letztlich zu den selben Aussagen über die Aktivitäten in der Amygdala führen – nur das die EEG-Methode bedeutend günstiger ist.


Posttraumatische Belastungsstörungen könnten zukünftig gezielt behandelt werden

In einer weiteren Untersuchung mit vierzig Probanden konnte schließlich auch die Wirkung der Methode in der Praxis nachgewiesen werden. Allen Teilnehmer gelang es mit Hilfe des Neurofeedbacks die Aktivitäten in der entsprechenden Hirnregion zu reduzieren und so die Emotionen in ihrem Verhalten zu kontrollieren. Bisher kommt Neurofeedback dabei vor allem bei Leuten mit einem Aufmerksamkeitsdefizit zum Einsatz, um die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Die neu entwickelte Methode macht nun Hoffnung, dass sich die Technik beispielsweise auch bei posttraumatischen Belastungsstörungen nutzen lässt. Die Probanden in der Studie waren allerdings allesamt gesund. Als nächstes steht daher eine entsprechende Studie mit tatsächlichen Patienten auf der Agenda.

Via: Elsevier

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