Früher war es absolut üblich, dass geschlachtete Tiere in ihre Einzelteile zerlegt und dann weiterverarbeitet wurden. Heute ist zwar den allermeisten Steakessern noch bewusst, dass ihr Fleisch von einem Tier stammt. Was aber genau mit dem Rest des Tiers passiert, wissen die wenigsten. Dabei ist es auch für Schlachthäuser am rentabelsten, wenn sie möglichst viel des Tieres weiterverkaufen können. Ein Pop-Up-Store im New Yorker Wythe Hotel in Brooklyn, treibt diese Idee nun auf die Spitze. Der Laden verkauft Handtaschen und Kleidung, die aus den Nebenprodukten in Schlachthäusern produziert werden. Der Clou dabei: Im benachbarten Restaurant wird das Fleisch der geschlachteten Tiere serviert.


Wythehotel
Bild: Wythehotel in in Brooklyn via wythehotel.com

Die Idee entwickelt haben die Eheleute Andrew Tarlow und Kate Huling. Die beiden betreiben schon seit längerem gemeinsam mehrere erfolgreiche Restaurants in New York. Sie gründete zudem die Firma „MarlowGoods“, die Handtaschen und Kleidung produziert und dabei Produkte des lokalen Schlachthofs verwendet. Nun also die organisierte Zusammenarbeit. Tarlow wird die Leitung des Hotel-Restaurants „Raynard“ übernehmen. Gleichzeitig wird „MarlowGoods“ einen Shop in der Lobby des Hotels übernehmen. Beide sollen dabei die Produkte desselben Tieres verarbeiten und anbieten.

Pop-Up-Store oder dauerhafte Einrichtung?

Logischerweise können sie ihre Produkte dabei nicht über einen Großhändler beziehen. Glücklicherweise fand sich jedoch eine Schlachterei in der Nähe, die bereit ist, einzelne Tiere zu zerlegen und getrennt an die Eheleute zu verkaufen. Anschließend wird das Fleisch in der Küche weiter verarbeitet, während die Tierhäute zunächst gegerbt und dann zu Handtaschen und Kleidung vernäht werden. Wie lange das Nebeneinander der beiden Geschäfte bestehen bleibt, ist allerdings ungewiss. Wie es sich für einen Pop-up-Store gehört, verfügt der Laden von „MarlowGoods“ zunächst nur über einen kurzfristigen Mietvertrag bis zum Jahresende. Sollte das Konzept die Kundschaft aber dauerhaft überzeugen, scheint auch eine längerfristige Zusammenarbeit möglich.


Wythehotel
Wythehotel

Wie sinnvoll das Ganze allerdings ist, ist eine andere Frage. Als Symbol gegen die Verschwendung in der Lebensmittelindustrie kann diese Kooperation sicherlich einen Denkanstoß geben. Wirklich Abfälle werden damit aber nicht eingespart. Denn schon jetzt verkaufen die meisten Schlachthöfe nicht nur das Fleisch der Tiere, sondern vermarkten auch die bei der Schlachtung anfallenden Nebenprodukte. Was denkt ihr über die Idee des Ehepaares? Ein gelungener Marketing-Gag oder ein sinnvoller Beitrag zur Nachhaltigkeits-Diskussion?

Quellen: Vogue; Springwise

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