Wer in modernen Industrieländern eine Toilettenspülung betätigt, der macht sich keine großen Gedanken darüber, was im Anschluss passiert. Und das müssen wir auch nicht, da wir ein hervorragend funktionierendes Kanalisationssystem haben. In Entwicklungsländern sieht es etwas anders aus. Wenn überhaupt ein Kanalisationssystem vorhanden ist, ist es oft veraltet und wenig leistungsfähig. Ein Team der University of South Florida (USF) hat ein System namens NEWgenerator entworfen, das Kanalisationssysteme entlasten soll und dabei sauberes Wasser, Energie und Düngemittel produziert.


Bild: Daniel Yeh

NEWgenerator entlastet bei der Abwasserentsorgung

Es gab in der Vergangenheit bereits mehrere Projekte, bei denen es darum ging, die Kanalisations-Situation sowie den Umgang mit menschlichen Hinterlassenschaften in Entwicklungsländern im Allgemeinen im wahrsten Sinne des Wortes zu bereinigen. So ist das Loowatt-System beispielsweise in der Lage, menschliche Abfälle in Biogas und Düngemittel umzuwandeln, ein Team aus Bristol hat Urinale mit mikrobiellen Brennstoffzellen ausgestattet, die Strom produzieren und die Nano Membrane Toilet verarbeitet mit ihrem wasserlosen Design menschliche Hinterlassenschaften zu Düngemittel und Elektrizität.

Das Projekt der USF verarbeitet Abwasser aus Toiletten in drei Ressourcen. Ist der NEWgenerator einmal an ein bestehendes Toiletten-System angeschlossen, muss dieses nicht mehr an ein Kanalisationssystem angeschlossen werden.


Abwasser kann zu drei Ressourcen weiterverarbeitet werden

Im ersten Schritt gelangt das Abwasser in einen Bioreaktor, wo anaerobe Mikroorganismen die enthaltenen Feststoffe aufbrechen und Biogas produzieren. Dabei werden keinerlei Chemikalien benötigt. Das entstehende Methan kann zu Wärmeenergie oder Elektrizität weiterverarbeitet werden.

Das um die Feststoffe bereinigte Abwasser wird dann in eine andere Kammer geleitet, wo eine Membran Bakterien, Viren und verbleibende Feststoffpartikel entfernt. Das verbleibende Wasser wird anschließend mit Chlor desinfiziert. Das Resultat ist kein Trinkwasser, aber sauber genug, um wieder im Toilettensystem verwendet zu werden oder aber Felder damit zu bewässern.

Das System ist außerdem in der Lage, aus den festen Abfällen ein Düngemittel herzustellen.

Bild: Daniel Yeh

NEWgenerator kommt nach Südafrika

Die erste Generation des NEWgenerator wurde letztes Jahr bei einem Projekt in Indien verwendet. Das Team von der USF hat nun über eine Million US-Dollar Fördermittel von der Bill and Melinda Gates Foundation erhalten, um die aktuelle Version nach Durban in Südafrike zu bringen. In der aktuellen Generation des NEWgenerator gibt es zwei Varianten, eine für bis zu 100 Leute pro Tag, eine andere für etwa 1000.

Beide Modelle werden in sogenannten Community Ablution Blocks (CABs) verwendet werden. Dabei handelt es sich um Container mit Toiletten, Duschen und Waschbecken. Die CABs werden schon länger von der südafrikanischen Regierung verwendet, um entlegene Communities mit einem Sanitärsystem auszustatten.

via University of South Florida

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