Gestern hat die UN-Klimakonferenz in Paris begonnen. Regierungen aus aller Welt wollen dort eine neue Klimaschutz-Vereinbarung beschließen, um den Anstieg der Erderwärmung zu begrenzen. Ob dies gelingt wird sich allerdings wohl erst in den letzten Stunden der Konferenz am 11. Dezember entscheiden. Das niederländische Parlament jedenfalls wollte im Vorfeld der Verhandlungen ein starkes Signal setzen. In einer ungewöhnlichen Koalition aus Opposition und kleinerer Regierungspartei entschieden die Parlamentarier, die elf Kohlekraftwerke des Landes abzuschalten. Das niederländische Kabinett muss sich nun mit dem Votum des Parlaments befassen. Premierminister Mark Rutte gilt allerdings noch als Gegner des Projekts.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Gaskraftwerke sollen klimafreundlicheren Strom produzieren

Ursprünglich eingebracht wurde die Resolution von zwei Abgeordneten der kleinen Oppositionspartei D66. Anschließend schlossen sich immer mehr Parlamentarier der Idee an. Die Labour Party – eigentlich der Juniorpartner in der Regierungskoalition – sorgte dann dafür, dass die Initiative eine knappe Mehrheit im Parlament erhielt. „Die Niederlande geben am Vorabend der UN-Klimakonferenz in Paris ein wichtiges Signal: Wir stoppen unsere Kohlekraftwerke und ich hoffe unser Premierminister kann andere Länder davon überzeugen, ähnliche Schritte zu unternehmen“, erklärt Stientje van Veldhoven von der Partei D66 die Idee hinter dem Parlamentsvotum. Anstelle der klimaschädlichen Kohlekraftwerke sollen zukünftig deutlich sauberere Gaskraftwerke zum Einsatz kommen.

Premierminister fürchtet den Import von Kohlestrom

Einen ähnlichen Weg möchte zukünftig auch Großbritannien bestreiten. Beide Länder wollen zeigen, dass ein Ausstieg aus der Kohleenergie machbar ist. „Die Schließung der Kohlekraftwerke ist technisch und finanziell umsetzbar“, erklärt auch die Parlamentarierin Marianne Thieme. Premierminister Mark Rutte befürchtet allerdings, dass die Niederlande dann Energie importieren müssten. Dies wiederum könnte Energie aus benachbarten Braunkohlekraftwerken sein – diese sind noch umweltschädlicher als die heimischen Steinkohleanlagen. Die niederländische Regierung steht allerdings auch noch von anderer Seite unter Druck: Ein Gericht verurteilte sie dazu bis 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen um ein Viertel zu reduzieren. Das Berufungsverfahren läuft allerdings noch.


Via: Phys.org

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