Einer recht aktuellen Studie aus Belgien zufolge, stoßen Fahrzeuge mit Elektroantrieb über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich weniger Treibhausgase aus als Fahrzeuge mit Dieselmotor. Ein Mangel an Metallen für die Batterien kann nicht bestätigt werden. Das sind gute Nachrichten, vor allem für die Elektroauto-Industrie. E-Mobilität ist ein bereits anhaltender Trend, der in den nächsten Jahren zunehmend an Gewicht gewinnen wird. Die großen Autokonzerne richten sich neu aus. BMW hat jüngst den 100.000sten i3 verkauft und möchte das mittlerweile eingestimmte Produktionsverfahren plattformübergreifend anwenden. Es ist aktuell ein 3er BMW als Elektroversion in der Planung. Nicht nur im Autosegment macht sich die Elektrotechnik langsam breit, auch bei den Nutzfahrzeugen ist deutlich Bewegung im Spiel. Daimler hat es nun sogar noch vor Tesla geschafft einen schweren vollelektrisch angetriebenen Lkw als Konzept „auf die Straße“ zu bringen. Der E-FUSO Vision One geht mit bestem Beispiel voran, wie in Zukunft auch das schwere Transportwesen einen Beitrag zu einer grüneren Umwelt leisten kann und muss.


Daimler E-FUSO Vision One, Bild: Daimler

Vollständige Elektrifizierung der Lkw forciert

Die Daimler Konzerntochter Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) zeigte auf der Tokyo Motor Show den E-Fuso Vision One und kündigte nahezu im selben Atemzug die vollständige Elektrifizierung aller Lkw und Bus-Baureihen der Marke Fuso in den nächsten Jahren zu vollziehen. Der elektrische Leicht-Lkw „Fuso eCanter“ ist bereits im Verkauf und wird somit in Serie produziert. Mit einer Reichweite von bis zu 120 Kilometern wird der eCanter auf Kurzstrecke gebracht.

Marc Llistosella, President und CEO der Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation und Leiter von Daimler Trucks Asia:„Mit dem eCanter haben wir bereits unter Beweis gestellt, dass elektrische Lkw wirtschaftlich sein können. Unser eCanter spart schon heute bis zu 1.000 Euro Betriebskosten pro 10.000 Kilometer. Durch die sich rasant entwickelnde Batterietechnologie werden wir in Zukunft weitere elektrische Lkw und Busse entwickeln – zu Gunsten von Wirtschaftlichkeit, Umwelt und Gesellschaft.”


Daimlers E-Lkw-Flotte der MFTBC-tochter: E-Fuso Vision One (vorn) und eCanter (hinten); Bild: Daimler

Schwere E-Lkw für die Mittelstrecke

Mit dem nun vorgestellten E-FUSO Vision One soll der Einsatzort in Zukunft im regionalen inner- und zwischenstädtischen Verteilerverkehr angesiedelt sein. Daimler möchte das neue Zugpferd bis 2021 in Serie produzieren. Das auf der Tokyo Motor Show gezeigte Konzept, zeigt allerdings schon den Ist-Zustand der Technologie. Würde der Elektro Lkw schon jetzt auf der Straße fahren, betrüge die Reichweite bis zu 350 Kilometer. Der innerhalb der kommenden vier Jahre angepeilte Marktstart soll in Deutschland und Japan erfolgen. Das mit diesem neuen Meilenstein gesammelte Know-how soll sich in der Folge auch auf die Produktion eines schweren Langstrecken-Lkw positiv auswirken.

Daimler denkt in dieser Sparte ebenfalls gewohnt global. So kommen auch beim Vision One die hauseigenen Batterien der Daimler-Tochter Deutsche Accumotive zum Einsatz. Daimler hält zudem Anteile am Ladestaionen-Herstellers Chargepoint und ist zugleich auch im israelischen Startup Storedot investiert. Storedot entwickelt Schnelladesysteme für Batterien, die auch Lkws wieder schneller mit Strom versorgen können.

„Unser E-FUSO Vision One ist ein revolutionäres Konzept für einen vollelektrischen schweren Lkw. Es unterstreicht unser Bekenntnis, die gesamte Produktpalette zu elektrifizieren. FUSO ist schon seit vielen Jahren ein Vorreiter im Bereich elektrischer Lkw. Vor gerade mal einem Monat haben wir die ersten vollelektrischen eCanter Leicht-Lkw aus Serienproduktion an Kunden übergeben. In Zukunft vertreiben wir alle unsere elektrischen Fahrzeuge unter dem Namen E-FUSO – unserer neuen Produktmarke für elektrische Lkw und Busse.”, Marc Llistosella.

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VW arbeitet ebenfalls an Elektro-Lkws

Es ist wirklich erfrischend zu sehen, wie auch andere Hersteller an der Zukunft der E-Mobilität arbeiten. VW hat, wie die Kritiker stets festhalten und betonen, wieder Land gut zu machen. Und in der Tat ist der Konzern ebenfalls bemüht, die Elektrifizierung im Auto und Lkw-Segment voranzutreiben.

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