Nordrhein-Westfalen will die Zahl der Ladestationen für Elektroautos verdoppeln

Nordrhein-Westfalen hat ein besonders großes Problem mit überschrittenen Grenzwerten in Sachen Luftqualität: Rund ein Drittel der betroffenen Städte liegen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland. Dort drohen nun Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Die Landesregierung will dies aber unter allen Umständen vermeiden und hat daher ein 100-Millionen-Euro-Programm zur Förderung der Elektromobilität aufgelegt. Mit dem Geld sollen die Kommunen vor Ort in die Lage versetzt werden, schnelle Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahl der emissionsfreien Fahrzeuge zu erhöhen. Dafür ist es zum einen möglich, die Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf einen Elektroantrieb zu fördern – was etwa bei Bussen des öffentlichen Nahverkehrs geschehen soll. Zum anderen kann aber auch die benötigte Infrastruktur ausgebaut werden.

Zukünftig in Nordrhein-Westfalen öfter zu sehen: Ein öffentlicher Ladepunkt für Elektroautos. Bild: Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Bonn bekommt zehn Millionen Euro für die emissionsfreie Innenstadt

So gibt es in ganz NRW bisher nur 1.600 Ladestationen für Elektroautos. Diese Zahl soll sich durch das neue Förderprogramm zumindest verdoppeln. Im Idealfall hat dies wiederum zur Folge, dass sich mehr Käufer von Neuwagen für ein Elektroauto entscheiden. Teil des Förderprogramms ist auch ein Wettbewerb namens „emmissionsfreie Innenstadt“. Hier konnte sich in der ersten Runde Bonn einen Zuschuss in Höhe von zehn Millionen Euro sichern. Mit dem Geld soll nun der öffentliche Nahverkehr und das Carsharing besser vernetzt und in Richtung Elektromobilität weiter entwickelt werden. Weitere 30 Millionen Euro werden Ende des Jahres in der zweiten Runde vergeben. Die Gewinner können zudem auch in den nächsten Jahren mit Unterstützung rechnen.

Weniger Kohlekraftwerke sollen die Klimabilanz verbessern

Neben der Luftqualität spielt bei Elektrofahrzeugen natürlich auch die Klimabilanz eine wichtige Rolle. Diese ist nur positiv, wenn der genutzte Strom vorwiegend aus nachhaltigen Quellen stammt. In diesem Bereich gehört NRW bisher allerdings zu den Schlusslichtern. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch liegt bei lediglich 13 Prozent. Der neue Wirtschafts- und Energieminister Andreas Pinkwart überraschte in diesem Bereich nun aber mit einer ambitionierten Ankündigung: Das Land könnte unter Umständen die Klimaziele bis zum Jahr 2020 übererfüllen und dafür mehr Kohlekraftwerke abschalten als bisher geplant. Im Gegenzug sollen vor allem die Solarenergie und die Geothermie ausgebaut werden.

Via: Aachener Zeitung