Die Erneuerbaren Energien sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern werden in immer mehr Ländern massiv ausgebaut. Zuletzt kündigte beispielsweise Taiwan an, aus der Atomkraft aussteigen zu wollen und die dadurch entstehende Lücke im Energiemix durch neue Wind- und Solarkraftwerke zu decken. Dass es sich bei den Erneuerbaren Energien tatsächlich um ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell handelt, zeigt sich aber vor allem an der Tatsache, dass inzwischen auch immer mehr Ölstaaten massive Investments in diesem Bereich planen. Nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate vor kurzem ankündigten, 163 Milliarden Dollar in die Produktion von Ökostrom investieren zu wollen, zieht nun auch Saudi-Arabien nach und plant den Bau neuer Solarkraftwerke.


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Zunächst sind 10 GW an neuen Solaranlagen geplant

Man kann dabei gewissermaßen von einer Premiere sprechen. Denn bisher besitzt das extrem sonnenreiche Land lediglich Solarstrom-Kapazitäten von mageren 10 MW. Im vergangenen Jahr wurde zudem das erste Windrad des Landes in Betrieb genommen. Nun sind allerdings deutlich größere Projekte geplant. So sollen neue Solaranlagen mit einem Volumen von insgesamt 10 Gigawatt installiert werden. Die dafür notwendigen Ausschreibungen werden bereits in den nächsten Wochen veröffentlicht. Die Kosten der Investitionsoffensive bezifferte der saudische Energieminister Chalid al-Falih auf 30 bis 50 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2023. Saudi Arabien setzt bisher fast ausschließlich auf fossile Energieträger. Die weltweit fallenden Ölpreise haben dem Ölexporteur allerdings zu schaffen gemacht, sodass die Energieversorgung nun offensichtlich breiter aufgestellt werden soll.


Stromleitungen nach Ägypten, Jordanien und Jemen sind geplant

Interessanterweise kündigte der Energieminister zudem den Bau von Stromtrassen nach Jordanien, Ägypten und dem Jemen an. Statt die Energie in Form von Öl in alle Welt zu exportieren, scheint die saudische Regierung also langfristig auch eine andere Form des Energieexports in Betracht zu ziehen. Ein Großteil davon dürfte zwar aus den ebenfalls geplanten Gaskraftwerken des Landes stammen. Der zeitliche Zusammenhang der beiden Ankündigungen legt allerdings auch nahe, dass durchaus angedacht ist, einen Teil der Solarenergie in den Nachbarländern zu vermarkten. Aus klimatechnischer Sicht wäre dies auf jeden Fall eine erfreuliche Entwicklung.

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