Der Kampf gegen den Klimawandel ist inzwischen im breiten Mainstream angekommen. Längst sind es nicht mehr nur Öko-Fanatiker, die CO2-Einsparungen einfordern und den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben wollen. Vielmehr hat das Thema inzwischen eine solche Bedeutung erlangt, dass selbst die großen Ölmultis nicht mehr darum herumkommen. So gab der Tankstellenbetreiber Total vor kurzem bekannt, weltweit 5.000 Tankstellen mit Solarmodulen auszustatten. Royal Dutch Shell, Europas größter Ölkonzern, wiederum steht unter dem Druck der eigenen Investoren. Diese wollen ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell für die Zeit nach dem Öl sehen. Der Konzern hat darauf jetzt mit einer besonderen Maßnahme reagiert: Zukünftig sollen zehn Prozent der Bonuszahlungen für die Manager des Unternehmens an die CO2-Bilanz des Unternehmens gebunden sein.


Shell
Foto: Shell

Der Großteil des Bonus orientiert sich weiterhin am Gewinn

Heißt im Klartext: Wenn es den Managern nicht gelingt, neue nachhaltige Geschäftsfelder zu etablieren, verdienen sie weniger Geld. Interessanterweise stammte der Vorschlag dabei nicht etwa von Umwelt- oder Klimaschutzorganisationen, sondern wurde erstmals in einer Telefonkonferenz mit Investoren erörtert. Umgesetzt werden kann die neue Bonusregelung, sobald die Anteilseigner der Maßnahme zugestimmt haben. Dies soll auf der nächsten Jahreshauptversammlung im April 2017 geschehen. Auch dann noch richten sich allerdings achtzig Prozent der Bonuszahlungen am geschäftlichen Erfolg aus. Weitere zehn Prozent werden ausgezahlt, wenn der Konzern bestimmte Sicherheitskriterien erfüllt und es keine größeren Unfälle gibt.

Der Konzern investiert das meiste Geld in fossile Energieträger

Dennoch ist die Maßnahme ein Symbol dafür, dass auch die Investoren von Ölkonzernen inzwischen erkannt haben, dass neue und nachhaltigere Geschäftsfelder erschlossen werden müssen. Shell ist in diesem Bereich auch durchaus schon aktiv und hat diese Aktivitäten vor einigen Monaten in einer eigenen Konzernsparte zusammengefasst. Das Unternehmen ist zudem Namensgeber und Sponsor des sogenannten Shell Eco-Marathon. Dabei handelt es sich um einen regelmäßig stattfindenden Wettbewerb, bei dem das energieeffizienteste Fahrzeug ermittelt wird. Auf der anderen Seite fließen noch immer mehr als achtzig Prozent der Investitionen des Konzerns in fossile Energieträger. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Bonusregelung helfen wird, dies zu ändern.


Via: Businessgreen

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