Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist streng genommen eigentlich gar keine, sondern lediglich eine Waffenstillstandslinie. Nördlich und südlich der rund vier Kilometer breiten demilitarisierten Zone sind daher noch immer tausende Soldaten stationiert. Auf südkoreanischer Seite kommen zudem auch sogenannte „Security Guard Robots“ zum Einsatz – also Roboter mit einem Maschinengewehr. Noch werden diese von menschlichen Soldaten ferngesteuert. Schon bald könnte den Militärs aber die Idee kommen, künstliche Intelligenz zu nutzen, um den Roboter das Gebiet selbstständig bewachen zu lassen. Vor einer solchen Entwicklung warnt nun ein eindringlicher Appell, den mehr als einhundert Unternehmer und Forscher aus der KI-Branche unterzeichnet haben. Darin werden die Vereinten Nationen aufgefordert, tödliche autonome Waffen weltweit zu ächten.


T-800 Terminator
Foto: Terminator Exhibition: T-800CC BY-SA 2.0

Die Vereinten Nationen müssen zeitnah handeln

Die Unterzeichner sprechen von einer möglichen „dritten Revolution der Kriegsführung“ und fordern eine möglichst schnelle und entschiedene Reaktion der Weltgemeinschaft. Denn wenn es erst einmal Killer-Roboter in großer Zahl auf der Erde gibt, wird es enorm schwer deren Verbreitung in falsche Hände zu verhindern. Dies lässt sich am Beispiel der Chemiewaffen verdeutlichen: Diese sind bereits von den Vereinten Nationen international geächtet – wurden aber dennoch von skrupellosen Machthabern gegen das eigene Volk eingesetzt. Die Unternehmer warnen in ihrem Appell nun vor zwei möglichen Gefahren: Zum einen könnte die künstliche Intelligenz sich so weiter entwickeln, dass ihre menschlichen Schöpfer die Kontrolle über sie verlieren. Zum anderen besteht die Gefahr von extrem gefährlichen Hacker-Angriffen.

Ein KI-Pilot hat bereits menschliche Gegner besiegt

Wie viel Potential die künstliche Intelligenz im Militärbereich besitzt, wurde im vergangenen Jahr anhand des virtuellen Piloten Alpha deutlich. Dieser steuerte in einer Simulation einen Kampfjet und trat gegen einen erfahrenen menschlichen Kampfflieger an. Das Ergebnis war aus Sicht der Menschheit wenig erfreulich: Die künstliche Intelligenz holte ihren Gegenspieler gleich reihenweise vom Himmel. Solche und ähnliche Experimente haben nun dazu beigetragen, dass der offene Brief zahlreiche namhafte Unterzeichner fand. Neben Tesla-Chef Elon Musk unterschrieben beispielsweise auch Deepmind-Mitgründer Mustafa Suleyman und der deutsche Marcus Frei, Gründer von Next Robotics. Ebenfalls zu finden ist die Unterschrift des KI-Forschers Yoshua Bengio, der zu den Pionieren im Bereich des Deep Learning gehört. Vor rund zwei Jahren unterzeichneten zudem bereits Stephen Hawking und Steve Wozniak einen ähnlichen Aufruf.


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