Olympia 2024: Die Organisatoren denken über die Aufnahme von E-Sports nach

Das Internationale Olympische Komitee versucht bereits seit längerem, auch jüngere Zuschauer für die Olympischen Spiele zu begeistern. Immer wieder schaffen es daher auch Trendsportarten in das Programm. So werden bei den nächsten Olympischen Spielen 2020 in Tokio beispielsweise auch im Klettern und im Skateboarding Medaillen verliehen. Die Organisatoren der sportlichen Festspiele vier Jahre später in Paris gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie können sich sogar vorstellen, Wettkämpfe im E-Sports zu veranstalten. Dies deutete zumindest Tony Estanguet, früher selbst als Kanute aktiv und heute Mitglied des Olympischen Komitees, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP an. Demnach wird es nun zunächst zu einem Austausch mit der E-Sports-Community kommen. Anschließend soll über mögliche Wettkampfformen nachgedacht werden.

Bei den Asienspielen wird bereits über Wettkämpfe in einem NBA-Computerspiel nachgedacht.

E-Sports feiert bei den Asienspielen 2022 seine Premiere

Insbesondere große asiatische Firmen haben den E-Sport in den letzten Jahren für sich entdeckt und investieren teilweise erhebliche Summen in die dortigen Sportler. Naturgemäß haben sie daher auch ein Interesse daran, ihre Werbeträger auf der größtmöglichen Plattform – eben den Olympischen Spielen – zu präsentieren. Aber auch die Basketball-Profiliga NBA in den Vereinigten Staaten hat die Gründung einer eigenen E-Sports-Liga angekündigt. Einen ersten Teilerfolg konnte die E-Sports-Branche zuletzt zudem vermelden: Bei den Asienspielen im Jahr 2022 werden offizielle Wettkämpfe in Dota 2, Starcraft 2, Hearthstone und einer Sportsimulation stattfinden – die meisten Beobachter gehen davon aus, dass es sich dabei um FIFA oder eine NBA-Simulation handeln dürfte. Es ist davon auszugehen, dass der Auftritt bei den Asienspielen auch als eine Art Testlauf für eine Übernahme auf die große olympische Bühne dienen dürfte.

Auch Wettkämpfe im Rahmenprogramm sind vorstellbar

Endgültig entschieden wird über die in Paris stattfindenden Sportarten ohnehin erst, wenn die Spiele in Tokio abgeschlossen sind. Das letzte Wort über die Aufnahme in das olympische Programm hat zudem immer noch das Internationale Olympische Komitee. Denkbar wäre daher eine Lösung wie auch bei den Spielen in Rio im vergangenen Jahr: Dort gab es im Rahmenprogramm E-Sports-Wettkämpfe – es wurden aber keine olympischen Medaillen vergeben. Unter Wissenschaftlern ist zudem noch immer umstritten, ob es sich tatsächlich um Sport im klassischen Sinne handelt. Eine norwegische Schule macht sich darüber allerdings keine Gedanken mehr und hat E-Sports als Schulfach in den Lehrplan aufgenommen.

Via: Washington Post