Wenn von Automatisierung die Rede ist, denken wir oft an einfache manuelle Arbeit, die durch Maschinen ersetzt werden könnte. Das ist aber noch lange nicht alles. Die Entwicklungen der letzten Monate haben gezeigt, dass auch gut bezahlte Jobs mit hohem Qualifikationsanspruch nicht sicher vor der Automatisierung sind. Das zeigt sich jetzt auch im Rahmen einer Umstrukturierung des weltweit größten Anlage- und Risikomanagementunternehmen BlackRock. Diese möchte sich bei der Verwaltung von großen Geldsummen in Zukunft mehr auf künstliche Intelligenz verlassen. Kurzfristig bedeutet das, dass 13 Prozent der angestellten Portfolio-Manager ihren Job verlieren. Langfristig sind die Folgen kaum abzuschätzen.


Auch Fonds-Manager sind ersetzbar

Portfolio- und Fondsmanagment ist tatsächlich ein Bereich, in dem künstliche Intelligenz dem Menschen kaum bis gar nicht nachsteht, was die Qualität der Arbeit anbelangt. Beim Investment-Managment kommt es darauf an, Marktindikatoren rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln – eine Aufgabe, die wie gemacht für künstliche Intelligenz ist. BlackRock möchte daher traditionelle Investment-Methoden mit moderner Technologie und Datenverarbeitung zusammenführen – eine Maßnahme, die etwa 30 Milliarden US-Dollar an Fondseinlagen betreffen wird und über zehn Prozent der Portfolio-Manager des Unternehmens ihren Job kosten wird.


BlackRock ist nicht das erste Unternehmen, das gut bezahlte, hochqualifizierte Arbeitnehmer durch KI ersetzt. So ersetzte eine japanische Versicherung Ende 2016 34 Mitarbeiter durch die künstliche Intelligenz „Watson Explorer“ von IBM, und die Software COIN brachte bei der Bank JP Morgan eine gewaltige Arbeitskraftersparnis.

Automatisierung bedroht weltweit Jobs

Die aktuellen Entwicklungen zeigen definitiv, dass nicht nur sogenannte „Blue Collar Jobs“, also Jobs, bei denen es um leicht ersetzbare manuelle Arbeit geht, durch die Automatisierung gefährdet sind. „We are starting to see in fields like medicine, law, investment banking, dramatic increases in the ability of computers to think as well or better than humans. And that’s really the game-changer here. Because that’s something that we have never seen before„, so der Public Policy Experte Sunil Johal gegenüber CBC News. Voraussichtlich werden es Millionen von Jobs sein, die weltweit in den nächsten Jahren Opfer der Automatisierung werden. Und bisher lässt sich nicht abschätzen, wozu das führen wird. Es gibt zahlreiche Stimmen, die davon ausgehen, dass sich der Arbeitsmarkt anpassen wird und es dementsprechend neue Jobs geben wird. Allerdings kann auch die Weiterentwicklung der Technologien in den nächsten Jahren heute noch nicht eingeschätzt werden, weswegen es gut sein kann, dass der Mensch als Arbeitskraft immer weiter ersetzt wird, was neues Öl ins Feuer der Diskussionen rund um das bedingungslose Grundeinkommen gießen dürfte.

via Inverse

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.