Original Unverpackt in „Die Höhle der Löwen“: Ein Leben ohne Plastikmüll

Grundsätzlich sind viele Menschen durchaus bereit, auf Plastikverpackungen zu verzichten. Betritt man allerdings einen gewöhnlichen Supermarkt wird schnell klar: So einfach ist das gar nicht! Zwar verzichtet Rewe inzwischen zumindest auf die Plastiktüte an der Kasse – die meisten Produkte sind aber dennoch nur in Einwegverpackungen erhältlich. Die Gründerin Milena Glimbovski hatte davon genug und gründete stattdessen ihren eigenen Laden unter dem Namen Original Unverpackt. Dort können Kunden mehr als 600 Produkte erwerben, ohne dass dabei Plastikmüll anfällt. Stattdessen bringen die Käufer selber Behältnisse mit, in die sie ihre Einkäufe dann umfüllen. Der erste Supermarkt ohne Einwegverpackungen wurde in Berlin-Kreuzberg eröffnet und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit.

Das Motto Original Unverpackt kann auch wörtlich genommen werden. Foto: Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Der Online-Shop setzt auf Second-Hand-Verpackungen

Mit dem Thema Nachhaltigkeit konnte das Unternehmen schon einmal eine ganze Reihe an Investoren gewinnen: Per Crowdfunding wurden 100.000 Euro eingesammelt. Dieses Geld wurde vor allem für den Aufbau des ersten Supermarkts ohne Einwegverpackungen in Berlin und die Eröffnung des Online-Shops genutzt. Beim Versand der Ware kommt die umtriebige Gründerin allerdings nicht komplett ohne Verpackungen aus. Doch auch hier hat sie sich etwas Besonderes einfallen lassen: Sie nutzt bereits einmal gebrauchte und wieder aufbereitete Verpackungen. Zumindest wird also kein neuer Müll produziert. Außerdem werden alle Bestellungen mit dem besonders umweltfreundlichen GoGreen-Tarif von DHL verschickt. Der ökologische Fußabdruck soll also auch bei Online-Bestellungen so klein wie möglich bleiben.

Die fehlende Skalierbarkeit könnte zum Problem werden

Die Investoren in „Die Höhle der Löwen“ dürften beim Thema Nachhaltigkeit durchaus aufhorchen. Immerhin handelt es sich um ein absolutes Zukunftsthema. Doch eine Frage bleibt: Kann das Geschäftsmodell tatsächlich großflächig umgesetzt werden? Stationäre Läden haben oft das Problem, dass sich eine weitere Expansion nicht so leicht umsetzen lässt wie bei einem reinen Online-Geschäft. Bei Original Unverpackt kommt hinzu, dass bei Online-Bestellungen das Alleinstellungsmerkmal verloren geht. Es bleibt daher abzuwarten, ob einer der Löwen wirklich bereit ist, 250.000 Euro für zehn Prozent der Anteile zu bezahlen. Zumindest kann Gründerin Milena Glimbovski aber auf einen innovativen Ansatz und ein funktionierendes Geschäftsmodell verweisen.

Das Buch zum Lebensstil

Doch auch hier gibt es einen Haken: Das Konzept ist so gut, dass es in vielen Städten bereits Nachahmer gibt, die ebenfalls auf Läden ohne Einwegverpackungen setzen. Schützen lässt sich die Idee nicht – und die Gründerin würde das wohl auch nicht wollen. Weltweit gibt es dafür immer mehr Leute, die sich dem „Zero Waste Lifestyle“ verschreiben. Gewissermaßen handelt es sich also um einen Wachstumsmarkt. Damit andere Menschen von ihren Erfahrungen profitieren können, hat Glimbovski zudem ein Buch geschrieben: In „„Ohne Wenn und Abfall. Wie ich dem Verpackungswahn entkam“ geht es darum, wie sie als Privatperson und Unternehmerin nach und nach entdeckte, welche Möglichkeiten es gibt, Verpackungsmüll zu vermeiden.