Mehrere Unternehmen haben bereits angekündigt, zukünftig Waren per Drohne ausliefern zu wollen. Der deutsche Paketzusteller DHL ist dabei einer der ersten Konzerne, der eine Drohne auch tatsächlich in die eigene Lieferkette integriert haben. Während eines dreimonatigen Feldversuches belieferte der Paketkopter 3.0 dabei die Gemeinde Reit am Winkel und Winklmoosalm mit Paketen. Die Besonderheit dabei: Spezielle Paketstationen übernahmen die automatische Be- und Entladung der Drohne. Auf diese Weise konnten die Bewohner nicht nur Pakete empfangen, sondern auch jederzeit per Drohne versenden. Für die Strecke bis zur Alm benötigte der Paketkopter dabei lediglich acht Minuten. Zum Vergleich: Mit dem Auto braucht man im Winter rund eine halbe Stunde.


Copyright: DHL
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Auch der Rhein und die Nordsee wurden schon überflogen

DHL arbeitet in Zusammenarbeit mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen bereits seit längerem daran, mit Hilfe von Drohnen natürliche Hindernisse einfach zu überfliegen. So wurde bereits im Jahr 2013 in Bonn eine Medikamentenzustellung auf die andere Rheinseite per Drohne getestet – diese wurde dabei aber noch manuell gesteuert. Von September bis Dezember 2014 kam dann eine weiterentwickelte Version des Paketkopters zum Einsatz, um die Nordseeinsel Juist mit dringend benötigten Waren zu versorgen. Zu Beginn diesen Jahres wurde das System dann erstmals in einer schwer zugänglichen Bergregion getestet. Diese brachte neue Herausforderungen mit sich – beispielsweise starke Temperaturschwankungen.

Spezielle Paketstationen übernehmen die Be- und Entladung

Zudem wurde der Paketkopter 3.0 erstmals in die existierende Lieferkette des Konzerns integriert. Es handelte sich also nicht um Speziallieferungen, die einzeln zusammengestellt und verschickt werden. Vielmehr konnte die Drohne genutzt werden, um ganz normale DHL-Pakete zu verschicken und zu empfangen. Im Zweifelsfall bekam der Empfänger eines versendeten Pakets dabei gar nicht mit, dass zu Beginn des Transports eine Drohne zum Einsatz kam. Möglich machen dies spezielle Paketstationen – Skyport genannt. Diese funktionieren für den Kunden und den Paketzusteller wie eine normale Paketstation. Sie besitzt aber die Fähigkeit, die Transportdrohne zu be- und entladen und dann auf die Reise zu schicken.


Via: DHL

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1 Kommentar

  1. Christoph

    10. Mai 2016 at 10:47

    Das ist ja ganz schön. Aber ich bin blind und hasse diese Packetstationen, weil man den Touchscreen praktisch gar nicht bedienen kann. Der sollte einen integrierten Screenreader bekommen, den man mit einem Schalter oder einer Geste aktivieren kann. Wenn das System mit Windows läuft könnte man auch NVDA als Screenreader verwenden.

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