Von DHL bis Amazon arbeiten Unternehmen weltweit daran, Waren zukünftig per Drohne auszuliefern. Rein technisch ist dies bereits möglich. Allerdings sind längere Distanzen aufgrund der Akkulaufzeit der Flugobjekte noch problematisch. Bei einem Test des amerikanischen Paketdienstleisters UPS beispielsweise konnte die Drohne lediglich rund 30 Minuten in der Luft bleiben. In der Praxis bedeutet dies also: Der Empfänger darf nicht weiter als knapp 15 Flugminuten vom Lager entfernt wohnen. UPS experimentiert daher mit einer anderen Lösung und hat einen Lieferwagen mit Drohnenstation auf dem Dach entwickelt. Das US-Technologieunternehmen IBM hingegen hat nun eine andere Lösung zum Patent angemeldet: Eine Kette an Drohnen, die die Ware jeweils wie einen Staffelstab weiterreichen.


Mit dieser Zeichnung soll die Funktionsweise verdeutlicht werden. Bild: IBM

Die Übergabe der Ware in der Luft verläuft autonom

Die grundsätzliche Idee dahinter ist natürlich nicht neu: Schon im Wilden Westen funktionierte der Pony-Express nach dem selben Prinzip. Dort wurde die Expresspost per Pferdestafette transportiert, wobei alle 15 bis 20 Kilometer eine Wechselstation eingerichtet war. Insgesamt konnte so eine Distanz von 3.100 Kilometern zurückgelegt werden. Allerdings kamen dort menschliche Reiter zum Einsatz, während die Warenübergabe zwischen den Drohnen in der Luft erfolgt und vollkommen autonom funktionieren muss – was sich technisch gar nicht so einfach realisieren lässt. Der Patentanmeldung zufolge sollen die Drohnen ein eingebautes Kommunikationssystem besitzen, über das sie per Satellitensignal den geplanten Übergabepunkt mitgeteilt bekommen.

Bisher existiert das Konzept nur in der Theorie

Die Drohnen werden zudem mit einer Art Arm ausgestattet. Die beiden Enden der Arme treffen dann im Idealfall in der Luft aufeinander und fixieren die Position der beiden Drohnen. Die Ware kann dann den Standort wechseln. Theoretisch lässt sich auf diese Weise eine beinahe unbegrenzte Distanz zurücklegen. Langfristig angedacht ist zudem, die künstliche Intelligenz von IBMs Watson zu nutzen und so sicherzustellen, dass stets die effizienteste Route gewählt wird. Bisher allerdings gibt es das Konzept nur auf dem Papier des eingereichten Patentantrags. Testflüge in der Praxis haben noch nicht stattgefunden. Theoretisch wäre dies aber jederzeit möglich: Die Ingenieure von IBM gehen davon aus, dass eine Umsetzung mit den bisher verfügbaren Technologien problemlos möglich ist.


Via: New Atlas

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1 Kommentar

  1. Hubert Eschlböck

    3. Mai 2017 at 12:41

    Also, ich finde das oben dargestellte Konzept nicht sehr elegant und überzeugend.
    Nach meinen Vorstellungen müßten solche Dronen anders aufgebaut sein.
    Die Ware muß zentral also mittig an der Drone angebracht, gelagert und ausgetauscht werden können.
    Das erfordert, daß die Drone in der Mitte von oben nach unten durchgängig ist,
    also eine zylinderförmige Öffnung besitzt, die nach unten hin geöffnet und geschlossen werden kann.
    Auf diese Weise kann eine Drone über die andere fliegen und für die Dauer des Warenaustausches werden sie elektromagnetisch miteinander verbunden und fixiert.
    Die Ware befindet sich in einem Zylinder, der einfach von einer Drone durch die Schwerkraft nach unten zur nächsten Drone rutscht.
    Also eleganter und einfacher könnte ich mir das nicht mehr vorstellen.
    Vielleicht sollte ich mir gleich das Patent sichern!?

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